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Großbritannien : Eltern geben juristischen Streit um Baby Charlie auf

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Die Eltern des todkranken Säuglings am Montag vor dem Gerichtsgebäude in London Bild: AFP

Lange kämpften sie darum, ihr schwerkrankes Kind für eine experimentelle Therapie nach Amerika bringen zu dürfen. Jetzt haben die Eltern des Säuglings Charlie Gard aufgegeben.

          Die Eltern des schwerkranken britischen Säuglings Charlie Gard haben den juristischen Streit um das Schicksal ihres Kindes aufgegeben. Unglücklicherweise sei die „Zeit abgelaufen“, sagte der Anwalt von Connie Yates und Chris Gard am Montag zu Beginn einer Anhörung des Londoner Gerichts unter Verweis auf die jüngsten Gehirn-Scans des Babys.

          Charlie leidet an einer sehr seltenen Erbkrankheit, die unter anderem zu irreparablen Hirnschäden führt. Seine Ärzte glauben, dass dem Jungen nicht mehr geholfen werden kann. Lebenserhaltende Maßnahmen sollten daher beendet werden.

          Charlies Eltern wollten ihn dagegen für eine experimentelle Therapie in die Vereinigten Staaten bringen.

          Der Fall Baby Charlie

          4. August 2016: Charlie Gard wird geboren. Er leidet an einer seltenen Erbkrankheit, die zu Muskelschwund und Hirnschäden führt. Der Junge kann in der Folge ohne Hilfe weder atmen noch seine Arme und Beine bewegen, sein Gehirn ist stark geschädigt.

          11. April 2017: Ein Gericht in London ordnet gegen den Willen der Eltern einen Behandlungsstopp für Charlie an. Es folgt einem Antrag der behandelnden Ärzte. Der Junge solle in Würde sterben können. Das Urteil wird danach durch alle britischen Instanzen bestätigt.

          27. Juni: Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte weist eine Beschwerde der Eltern als unzulässig ab. Die britischen Gerichte hätten den Fall akkurat und sorgfältig geprüft.

          30. Juni: An diesem Tag sollen die lebenserhaltenden Maßnahmen abgestellt werden. Das behandelnde Great-Ormond-Street-Krankenhaus lässt den Eltern allerdings noch etwas länger Zeit für den Abschied.

          7. Juli: Nach neuen Expertenmeinungen fordert die Klinik die erneute gerichtliche Prüfung einer möglichen Auslandstherapie für Charlie.

          10. Juli: Es beginnen neue Anhörungen vor einem britischen Gericht. Es muss entscheiden, ob die neuen Gutachten die Aufhebung eines früheren Urteils rechtfertigen.

          24. Juli: Kurz vor einem möglichen Urteil geben die Eltern ihren juristischen Streit auf.

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