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SpaceX : Der Falke ist gelandet

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Landung auf der Erdoberfläche technisch aufwendiger

Auf den ersten Blick mag es paradox erscheinen – aber für die amerikanische Weltraumfahrt ist eine Landung auf der Erdoberfläche technisch viel aufwendiger und teurer als eine Landung auf einem Seeleichter. Der Grund dafür ist die geographische Lage der amerikanischen Weltaumbahnhöfe. Sowohl das Cape Canaveral in Florida als auch der Fliegerhorst Vandenberg in Kalifornien liegen jeweils unmittelbar an der Küste. Aus Sicherheitsgründen erfolgen alle Raketenstarts von beiden Orten aus jeweils seewärts, damit es bei einem Zwischenfall zu keinem Absturz einer Rakete über Land kommen kann.

Bei diesen Starts über dem Ozean sind die Raketen aber schon bis zu 300 Kilometer vom Land entfernt, wenn die erste Raketenstufe ausbrennt. Von einer solchen Position ist es dann recht schwierig, das Gefährt zur Küste zurückzufliegen. Für die russische Raumfahrt gilt das übrigens nicht, denn die beiden Kosmodrome Baikonur in Kasachstan und Plesetsk in Nordrussland liegen jeweils weit vom Meer entfernt.

Für Space-X war es daher viel einfacher, einen Seeleichter in einer günstigen Position auf dem Meer zu verankern. Am Freitag befand er sich etwa 320 Kilometer von der Küste Floridas entfernt auf dem Atlantik. Dennoch waren eine ganze Reihe komplizierter Flugmanöver nötig, um die erste Stufe der Falcon-9 zurückzubringen. Zunächst trennten sich die beiden Raketenstufen knapp 150 Sekunden nach dem Start. Während die Oberstufe mit der Dragon-Kapsel weiter auf einen Orbit zuflog, zündeten drei der neun Triebwerke der ersten Stufe nach der Trennung kurz und drehten dabei die Flugrichtung der Rakete um. Statt sich immer weiter von der Erde zu entfernen, drehte die Falcon-9 in einer Höhe von etwa 160 Kilometern einen Looping zurück in Richtung Erde. Die Geschwindigkeit der Rakete betrug dabei etwa 4700 Kilometer pro Stunde.

Landung mit mit vier Federbeinen

In etwa 70 Kilometern Höhe, knapp fünf Minuten nach dem Start, zündeten die Triebwerke abermals für kurze Zeit. Sie bremsten die Raketenstufe ab, damit sie sich beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre nicht zu sehr aufheizte. Danach sank die Stufe im freien Fall in Richtung Seeleichter. Knapp 30 Sekunden bevor die Rakete die Wasseroberfläche erreichte, zündeten die Raketen wieder. Ihr nach oben gerichteter Schubvektor bremste dadurch den Fall nach unten so weit ab, dass die Rakete vier Federbeine ausfahren konnte, auf denen sie dann mit einer Endgeschwindigkeit von nur sieben Kilometern pro Stunde auf dem Leichter landete. Kleine ausfahrbare Stummelflügel halfen in den letzten Flugsekunden, die Rakete trotz des Windes in der Vertikalen zu halten.

Kurz nachdem die Rakete auf der Plattform gelandet war, wurde eine Schweißerkolonne auf dem Leichter abgesetzt. Die Monteure schweißten die Federbeine auf der Stahlplattform fest, damit die knapp 50 Meter hohe Rakete bei Seegang nicht umkippt. Anschließend manövrierten Schlepper den Leichter zurück ans Cape Canaveral. Dort wird die Raketenstufe in den nächsten Tagen mit einem Kran vom Leichter abgehoben. Anschließend werden alle Triebwerke, Tanks und Kontrolleinrichtungen überprüft und nötigenfalls ersetzt oder repariert. Space-X plant, diese Stufe schon im Juni für einen weiteren Raketenstart einzusetzen.

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