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F.A.Z.-Sprinter : Mehr als eine Perspektive

Unser Sprinter-Autor: Patrick Bernau Bild: Robert Wenkemann

Um eine Situation bewerten zu können, empfiehlt sich ein genaues Bild der Lage. Sowohl im echten Leben, als auch auf der Leinwand. Was heute wichtig wird, steht im F.A.Z.-Sprinter.

          Die Konjunktur wird immer schwächer. Gestern Abend hat die amerikanische Notenbank deshalb die Zinsen gesenkt, allerdings keine weiteren Zinssenkungen in Aussicht gestellt. Das ist weniger Handlung, als an den Börsen erwartet wurde. Rechnen Sie damit, dass die Kurse in Deutschland heute Morgen sinken, so wie schon gestern Abend in Amerika.

          Patrick Bernau

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Ein anderer Weg ist noch viel unsicherer: während Sie dies lesen, sind wahrscheinlich wieder Menschen mit Schlauchbooten auf dem Mittelmeer Richtung Europa unterwegs. Seit die Kapitänin Carola Rackete ihr Rettungsschiff in den Hafen von Lampedusa gefahren hat, wird wieder verstärkt darüber gestritten, wie man mit dieser Migration umgehen soll. Wahr ist: Seit die Europäische Union weniger Rettungsschiffe im Mittelmeer hat, machen sich viel weniger Flüchtlinge auf den Weg, und es kommen weniger Menschen im Mittelmeer ums Leben. Wahr ist aber auch: Wenn Menschen auf dem Meer kurz vor dem Ertrinken sind, verblassen solche Statistiken schnell. Aber wer nimmt die Geretteten auf? Zum vollständigen Bild gehört, die Lage auf solchen Rettungsschiffen zu kennen. Meine Kollegin Julia Anton hat drei Wochen auf der „Alan Kurdi“ verbracht. Ihren ausführlichen Bericht können Sie heute lesen – es ist eine eindrückliche und differenzierte Schilderung geworden.

          Die Migranten in Deutschland zu integrieren ist nicht nur eine gesellschaftliche Aufgabe, sondern auch eine erstaunliche wirtschaftliche Leistung. Keiner von ihnen betritt Europa als reicher Mensch, nur wenige können sofort anfangen zu arbeiten. Deshalb ist es kein Wunder, dass die Zahl der Armen in Deutschland nach einigen Jahren des Rückgangs zuletzt wieder angestiegen ist. Behalten Sie das im Hinterkopf, wenn der Paritätische Gesamtverband heute seinen Armutsbericht vorstellt. Es ist die – sehr ehrenhafte – Aufgabe des Verbands, die Schwachstellen in der Entwicklung zu beleuchten. Tatsächlich hat sich die Lage insgesamt gar nicht so schlecht entwickelt. Dazu empfehle ich Ihnen noch einmal den Gastbeitrag der Forscherin Judith Niehues, der am vergangenen Freitag in der F.A.Z. erschienen ist.

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          Und dann blicken wir an diesem Donnerstag noch auf ganz andere Schicksale: „Once upon a time … in Hollywood“ heißt der jüngste Film von Quentin Tarantino, den er heute in Berlin vorstellt. Ins Kino kommt er in zwei Wochen. Vertreiben Sie sich die Zeit dahin gerne mit dem neuen Film aus der Reihe „The Fast and Furious“. Meine Kollegin Elena Witzeck hat ihn schon gesehen und resümiert: „Ein schlechter Film wird nicht dadurch besser, dass er von einer spannenden Frau handelt. Aber er verrät viel über seine Zeit.“

          Und sonst: Der scheidende BMW-Chef Harald Krüger stellt seine letzten Quartalszahlen vor. Die Wuppertaler Schwebebahn nimmt nach mehr als acht Monaten Pause ihren Betrieb wieder auf. Und in Wacken beginnt das Heavy-Metal-Festival.

          Die Nacht in Kürze:

          Bei der zweiten TV-Debatte der demokratischen Präsidentschaftsbewerber geriet Ex-Vizepräsident Joe Biden ganz schön in Bedrängnis.

          In den Niederlanden tritt das Burkaverbot in Kraft: Burkas und Schleier sind von nun an in Ämtern, Krankenhäusern und Nahverkehr untersagt. Doch wer kontrolliert das?

          Kelly Craft wird Trumps neue Botschafterin bei den Vereinten Nationen. Sie ist mit einem Kohle-Industriellen verheiratet und hat bereits zuvor angekündigt, sich bei der Debatte um den Klimawandel herauszuhalten – aus Gründen der Befangenheit.

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