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Extrembergsteigen : Dujmovits bricht Expedition zum Nanga Parbat ab

  • -Aktualisiert am

Ralf Dujmovits mit seiner Frau Gerlinde Kaltenbrunner im Himalaja Bild: dapd

Wegen unkalkulierbarer Risiken hat Ralf Dujmovits sein Vorhaben aufgegeben, den Nanga Parbat im Winter zu besteigen. Bald wollen es die nächsten Bergsteiger versuchen.

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          Ralf Dujmovits hat seine Expedition zum Nanga Parbat in Pakistan abgebrochen. Der 52 Jahre alte Extrembergsteiger aus Bühl im Schwarzwald wollte den Gipfel des 8.126 Meter hohen Berges im Alleingang von Westen über die Diamir-Flanke erreichen. Die Verhältnisse auf der von ihm gewählten Route erwiesen sich aber als zu unsicher. „Mit einem gewissen Risiko hatte ich beim Aufstieg im Winter auf der Diamir-Seite gerechnet. Nicht aber mit unabsehbaren Risiken, die ich nicht bereit bin einzugehen“, begründete Dujmovits, der schon 2001 auf dem Nanga Parbat stand, seine am Donnerstag getroffene Entscheidung. Besonders zwei freistehende, überhängende Seracs, Eistürme, die jederzeit abbrechen können, im unteren Teil der Route erwiesen sich als unkalkulierbare Gefahr. Dujmovits hätte in deren direkter Falllinie aufsteigen müssen.

          Dujmovits, der schon 18 Mal auf dem Gipfel eines Achttausenders stand und mit der österreichischen Extrembergsteigerin Gerlinde Kaltenbrunner verheiratet ist, hatte sich im Dezember an dem fast 7.000 Meter hohen Aconcagua in Südamerika akklimatisiert. Die Höhenanpassung hätte es ihm ermöglichen sollen, möglichst bald nach der Ankunft im Basislager an Heiligabend in Richtung Gipfel zu starten. Das widrige Wetter mit starkem Schneefall verhinderte jedoch einen zügigen Aufstieg. Erst am Neujahrstag konnte er die Route genau inspizieren.

          Nur zwei Achttausender warten noch auf ihre Winterbesteigung

          Unterdessen ist der italienische Extrembergsteiger Simone Moro (46), dem die Wintererstbesteigung von drei Achttausendern gelang und der im Winter 2012 versucht hatte, den Gipfel des Nanga Parbat wie Dujmovits über die Diamir-Seite zu erreichen, in diesem Jahr an der Rupalwand auf der Südseite des Berges unterwegs. Begleitet wird Moro von David Göttler (35) aus München. Moro und Göttler wollen auf der Schell-Route den Gipfel des Nanga Parbat erreichen. Weil das Basislager nur auf 3.600 Metern liegt, rechnen sie für Auf- und Abstieg mit sechs Tagen. Im Winter ist es aber nahezu ausgeschlossen, dass das Wetter über mehrere Tage windschwach bleibt. Geplant ist, dass Moro und Göttler spätestens Mitte Februar einen ersten Versuch starten.

          Winterexpeditionen an Achttausendern sind vor allem deshalb eine besondere Herausforderung, weil die Bergsteiger in der Höhe nicht nur mit Sauerstoffmangel, sondern auch mit Kälte und Stürmen zu kämpfen haben. Der Innsbrucker Meteorologe Karl Gabl, der in engem Kontakt zu den Bergsteigern am Fuß des Nanga Parbat steht, prognostiziert derzeit für 8.000 Meter Höhe Windgeschwindigkeiten um 100 Kilometer in der Stunde und Temperaturen um minus 40 Grad. Trotz dieser Extreme sind zwölf der 14 Achttausender im Winter schon bestiegen. Neben dem Nanga Parbat wartet allein der K2 (8611 Meter) noch auf eine Wintererstbesteigung.

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