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Eurovision Song Contest : Rise Like a Phoenix

Youtube-Star Bilal Hassani tritt für Frankreich beim ESC 2019 an. Bild: AFP

Für Frankreich tritt Youtube-Star Bilal Hassani zum diesjährigen Eurovision Song Contest an. Er nennt die österreichische Kunstfigur Conchita Wurst als Vorbild.

          Ob es an der französischen Sprache liegt? Die Kandidaten, die Frankreich in den vergangenen vier Jahrzehnten zum Eurovision Song Contest (ESC) entsandt hat, sind alle gescheitert. Inzwischen wird in der französischen Presse darüber gespottet, dass zum letzten Mal Marie Myriam 1977 mit dem Lied „L’oiseau et l’enfant“ den Sieg holte. Doch jetzt weckt ein 19 Jahre alter Sänger Hoffnungen auf ein Ende der Schmach. Von seinen Vorgängern hebt sich der Youtube-Star Bilal Hassani durch seinen androgynen Look ab: platinblonde Perücke, auffällige Schminke und Nickelbrille sind seine Erkennungszeichen. Da erstaunt es nicht wirklich, dass er in seinen Interviews die österreichische Kunstfigur Conchita als Vorbild nennt. Als Conchita Wurst gewann sie 2014 den ESC überlegen.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Beim Finale des französischen Vorentscheids siegte Hassani dank der Stimmen der Fernsehzuschauer. Sein Lied „Roi“ („König“) hat er zusammen mit den französischen ESC-Teilnehmern des vergangenen Jahres geschrieben, dem Duo Madame Monsieur – teilweise auf Englisch. Das soll die Erfolgschancen erhöhen, denn in den vergangenen Jahren haben sich überwiegend Songs in englischer Sprache durchgesetzt. Hassani wirbt in dem Lied dafür, zu seiner Identität zu stehen, auch wenn die angefeindet wird. Wenn er träume, sei er ein König. „Du wirst mir meine Krone nie wegnehmen können“, singt er. Der Neunzehnjährige wehrt sich in dem Liedtext gegen den Versuch, ihn als Homosexuellen „in eine Schublade zu stecken“. Er sei er selbst: „Du kannst mich nicht ändern.“

          Das Musikvideo „Roi“ erzielte nach der Veröffentlichung im Dezember binnen weniger Tage eine Million Views bei Youtube. Inzwischen wurde es fast sechs Millionen Mal abgerufen. Nicht allen Franzosen gefällt es, dass ein androgyner Homosexueller mit marokkanischen Wurzeln für ihr Land in den Wettbewerb zieht. In sozialen Netzwerken wurde gegen den in Paris geborenen Mann gehetzt. Die Organisationen SOS Homophobie und Urgence Homophobie gaben an, man habe bei Twitter mehr als 1500 Einträge mit Beleidigungen, diskriminierenden Äußerungen und Bedrohungen gezählt. Die Organisationen erstatteten 213 Strafanzeigen. Der bekannte Fernsehkritiker Gilles Verdez bezeichnete den Song als „schrecklichen Schund“, auch wenn ihm der junge Mann sympathisch sei. Die Fernsehmoderatorin Catherine Rambert sagte spitz, der Eurovision Song Contest sei „kein Travestie-Wettbewerb“. Und die Zeitung „Le Midi Libre“ druckte eine Karikatur, die „König“ Hassani mit seinem platinblonden Kopf unter der Guillotine zeigt.

          Hassani gab sich in einem Radiogespräch auf France Inter gelassen. Er sei sehr stolz darauf, für Frankreich anzutreten, auch wenn er wisse, dass einige ihn nie akzeptieren werden. In seinem Lied „Marine“, dass Bilal Hassani vor zwei Jahren veröffentlichte, sang er an die Rechtspopulistin Marine Le Pen gerichtet: „Wir werden nie Freunde werden, auch wenn ich Franzose bin. Meine Mutter ist nicht hier geboren.“ Hassani wurde im Jahr 2015 bei „The Voice Kids“ bekannt. Damals sang der Sechzehnjährige den Siegertitel „Rise Like A Phoenix“ von Conchita Wurst.

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