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ESC-Tagebuch aus Tel Aviv (5) : Schweiz im Finale, Österreich raus

Luca Hänni singt sich für die Schweiz ins ESC-Finale. Bild: EPA

Nach langen Jahren sind die Eidgenossen wieder im Finale. Ansonsten setzen sich beim zweiten Halbfinale für den Eurovision Song Contest einige Länder durch, die sowieso zu den Favoriten zählen.

          Es war die Nacht der vermeintlichen Favoriten: Niederlande, Russland, Schweden, Aserbaidschan, Norwegen, Malta und die Schweiz lagen nach Einschätzung der Wettbüros allesamt auf einem der vorderen Plätze. Albanien, Dänemark und Nordmazedonien sahen sie hingegen nicht unter den Top Ten. Ganz falsch lagen sie immerhin nicht. Mit den genannten zehn Ländern ist das Finale am Samstagabend komplett.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Vor allem einer konnte sich am frühen Freitagmorgen freuen: der Schweizer Luca Hänni. Der erst 24-Jährige, der schon vor sieben Jahren als Teenager die RTL-Casting-Show „Deutschland sucht den Superstar“ gewonnen hatte, sollte die Schweiz endlich wieder ins Finale bringen. Seit 2014, als Sebalter in Kopenhagen mit „Hunter Of Stars“ auf den 13. Platz kam, waren die Eidgenossen jedes Mal kläglich im Halbfinale gescheitert. Hänni, der sich nicht erst in einem Vorentscheid qualifizieren musste, sondern vom Sender SRF intern ausgewählt wurde, singt „She Got Me“, eine Dance-Pop-Nummer, bei der man auch orientalische Klänge zu hören meint.

          Österreich ist raus

          Österreich hingegen ist das erste Mal seit 2014, als Conchita Wurst in Kopenhagen gewann, wieder ausgeschieden. Die blauhaarige Pænda aus der Steiermark konnte mit ihrem schwer einzuordnenden Elektro-Techno-Hiphop-Pop-Song „Limits“ nicht überzeugen. Ob sie bei den Zuschauern womöglich besser ankam als bei den Juroren oder womöglich umgekehrt, wird sich erst nach dem Finale zeigen. Vorher werden die Ergebnisse nicht bekanntgegeben.

          So bleibt auch geheim, wer im Halbfinale am Donnerstagabend die Nase vorne hatte. Die vergangenen Jahre gewann jeweils die Nummer eins aus einer der Zwischenrunden am Ende auch den ESC. Die Israelin Netta etwa lag im vergangenen Jahr im ersten Halbfinale ganz vorne, 2017 war es der Portugiese Salvador Sobral gewesen. Unschwer ließen sich also schon jetzt die wahren Favoriten ausmachen, wenn denn die Ergebnisse schon genannt würden.

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          Duncan Laurence dürfte die Liste auf jeden Fall mit anführen. Seit Wochen gilt der Niederländer als der kommende Sieger des diesjährigen ESC. Warum genau lässt sich nicht recht sagen. Seine gefühlvolle Ballade aber geht unter die Haut, auch ohne dass man  die Hintergründe zu dem sehr persönlichen Lied „Arcade“ kennt. In dem Song geht es um einen Freund des Sängers, der sehr jung starb und nie das Glück hatte, wahre Liebe zu erfahren. Man spürt, wie wichtig Duncan Laurence sein Auftritt ist, bei dem er ganz alleine am Klavier sitzt.

          Ganz anders Sergei Lasarew. Der Russe war schon einmal erfolgreich beim ESC, 2016 erreichte er in Stockholm mit „You Are The Only One“ Platz drei. 2017 nahm Russland nicht teil, Auslöser war die völkerrechtswidrige Annexion der Krim und im Nachgang ein Einreiseverbot der Ukraine für die russische Kandidatin Julija Samoilowa. Die abermals aufgestellte Sängerin schaffte es wiederum ein Jahr später in Lissabon nicht ins Finale. So soll es nun Russlands Superstar richten – mit seinem Lied „Scream“, das ihm ein anderer Superstar, Filipp Kirkorow, geschrieben hat.

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