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Eurovision Song Contest : Die letzten Kandidaten fürs Finale

  • -Aktualisiert am

Eine fröhliche Finnin: Eurovision-Kandidatin Krista Siegfrids. Bild: dpa

Am Donnerstagabend werden in der zweiten Vorrunde die letzten zehn Plätze für das Finale des Eurovision Song Contest vergeben. FAZ.NET stellt alle Kandidaten im Video vor. Mit dabei: Ralph Siegel.

          Beim ersten Halbfinale am Dienstag dominierten in Malmö die melancholischen Klänge. Dramatische Balladen, lange Abendroben und Unbeweglichkeit am Mikrofon waren die häufigsten auf der Bühne beobachteten Phänomene. Das wird sich am Donnerstagabend ändern, wenn in der Malmö Arena das zweite Halbfinale gestartet wird.

          Dabei sind 17 Nationen, nur zehn von ihnen können die letzten Tickets für das Finale am Samstag lösen. Auftreten werden unter anderem euphorische Letten, fröhliche Finnen, betrunkene Griechen und rockige Albanier. Dass die ruhigen Töne aber auch dieses Mal nicht zu kurz kommen, dafür sorgt unter anderem ein nachdenklicher Isländer.

          Bleibt noch eine Frage offen: Wer darf bei keinem Grand-Prix fehlen? Ralph Siegel natürlich. Wie schon im letzten Jahr hat er ein Lied für den Kleinstaat San Marino komponiert. Es ist Teilnahme Nummer 18 für den Komponisten. Sein größter Erfolg bleibt der Sieg von Nicole mit „Ein bisschen Frieden“ aus dem Jahr 1982. Hinzu kommen vier weitere Plätze unter den besten drei.

          Lettland: PeR mit „Here We Go“

          Tanzen können die Letten von PeR zwar nicht, aber für Stimmung sorgt ihr hymnischer Song „Here we go“ allemal. Eine flotte Mischung aus Mitklatsch-Pop und Rap, dargeboten im auffälligen Glitzeranzug. Die Band ist definitiv hartnäckig, erst mit dem vierten Versuch klappte es beim heimischen Vorentscheid.

          San Marino: Valentina Monetta mit „Crisalide“

          Zum zweiten Mal hintereinander gehen Valentina Monetta und der deutsche Komponist Ralph Siegel eine Kooperation ein. Als Erfolgsduo haben sich die beiden allerdings noch nicht ausgezeichnet: Für Frau Monettas „Social Network Song“ war 2012 im Halbfinale Schluss.

          Mazedonien: Esma & Lozano mit „Pred Da Se Razdeni“

          Eine der spannendsten Kombinationen hat Mazedonien ins Rennen geschickt: Castingshow-Gewinner Lozano zusammen mit Esma, der „Queen of Gypsy“. 40 Jahre Altersunterschied trennen die beiden Musiker. Esma steuert traditionelle Elemente der Roma-Musik zu dem modernen Electro-Pop-Sound bei.

          Aserbaidschan: Farid Mammadov mit „Hold Me“

          Seit dem Jahr 2008 nimmt die Kaukasus-Republik am Eurovision Songcontest teil. Und das sehr erfolgreich: Ein Sieg, dazu drei Mal unter den besten fünf und ein achter Platz. Farud Mammadov soll mit der Pop-Ballade „Hold Me“ nun die Erfolgsgeschichte fortsetzen.

          Finnland: Krista Siegfrids mit „Marry Me“

          Beim ESC dominieren in diesem Jahr bisher dramatische Balladen, lange Abendroben und Unbeweglichkeit am Mikrofon. Ausgerechnet die kühlen Finnen gehen einen anderen Weg und schicken mit Krista Siegfrids und ihrem Song „Marry Me“ Gute-Laune-Pop ins Rennen.

          Malta: Gianluca Bezzina mit „Tomorrow“

          Genauso fröhlich wie in Finnland geht es in Malta zu. Gianluca Bezzina liefert mit „Tomorrow“ einen symphatischen Folk-Pop-Song ab. In seiner Heimat musste er sich damit beim Vorentscheid gegen 23 Mitbewerber durchsetzen - darunter seine Schwester Dorothy Bezzina.

          Bulgarien: Elitsa & Stoyan mit „Samo Shampioni“

          Lästige Vorentscheide gegen andere Interpreten mussten Elitsa & Stoyan nicht über sich ergehen lassen. Jury und Zuschauer durften nur über drei Songvorschläge für das Duo abstimmen. Das sorgte prompt für Ärger, denn eigentlich wollten die beiden ein anderes Lied präsentieren.

          Island: Eythor Ingi Gunnlaugsson mit „Ég á líf“

          Eythor Ingi Gunnlaugsson stammt aus einem 1400-Seelen Örtchen im Norden von Island, das schon mehrere ESC-Teilnehmer hervorgebracht hat. Der Isländer überzeugt mit einer Ballade, die mit Folk-Anleihen gespickt ist, und singt zudem auf seiner Heimatsprache.

          Griechenland: Koza Mostra & Agathonas Iakovidis mit „Alcohol Is Free“

          Lange Zeit war nicht klar, ob Griechenland aufgrund seiner Finanzprobleme in diesem Jahr überhaupt am Songcontest teilnimmt. Doch dann fand sich ein privater Fernsehsender als Sponsor. Von Depression ist beim griechischen Beitrag nichts zu spüren, Ska und Balkan-Beats sorgen für gute Laune.

          Israel: Moran Mazor mit „Rak Bishvilo“

          In Israel hat man sich in diesem Jahr bei der Auswahl eines Interpreten besonders viele Mühe gemacht. Es gab beim nationalen Entscheid drei Vor-, eine Hoffnungsrunde und am Ende das große Finale. Durchgesetzt hat sich schließlich die 21 Jahre alte Sängerin Moran Mazor.

          Armenien: Dorians mit „Lonely Planet“

          Armenien ist abgekommen von seiner bisherigen Strategie und setzt in Malmö statt auf Folklore auf eine englischsprachige Rockballade. Die Gruppe Dorians holte sich dafür einen kompetenten Unterstützer, denn produziert wurde das eingängige „Lonely Planet“ vom ehemaligen Black-Sabbath-Gitarristen Tony Iommi.

          Ungarn: ByeAlex mit „Kedvesem“

          Mit dem zurückhaltenden Pop-Song „Kedvesem“, ausgestattet mit einer wunderschönen Melodie, schickt Ungarn Bye Alex auf die Bühne. Der 29 Jahre alte Musiker hat das Lied selbst komponiert und musste erst überredet werden am nationalen Vorentscheid teilzunehmen.

          Norwegen: Margaret Berger mit „I Feed You My Love“

          Eigentlich sieht Margaret Berger zuckersüß aus. Auf der Bühne verwandelte sie sich beim nationalen Vorentscheid dann aber in einen kühlen Engel im bodenlangen weißen Kleid. Ihre Musik ist geprägt von düsteren Elektroklängen. Ob die ehemalige Casting-Show-Gewinnern damit punkten kann?

          Albanien: Adrian Lulgjuraj & Bledar Sejko mit „Identitet“

          Die härtesten Töne kommen in diesem Jahr aus Albanien. Adrian Lulgjuraj & Bledar Sejko bieten mit ihrem Song „Identitet“ den rockigsten Beitrag in Malmö. In ihrem Lied über Zusammengehörigkeit und gemeinsame Wurzel findet sich am Ende sogar ein kurzes Gitarrensolo.

          Georgien: Sophie und Nodi mit „Waterfall“

          Sophie und Nodi setzen auf einen echten Erfolgsgaranten: Den schwedischen Produzenten Thomas Gustafsson, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Thomas G:son. Der produzierte im letzten Jahr den Siegersong „Euphoria“ für die Sängerin Loreen und schaffte es bereits mit acht Songs ins Grand-Prix-Finale.

          Schweiz: Takasa mit „You And Me“

          Eigentlich wollte Takasa unter dem Namen „Heilsarmee“ und in deren traditionellen Uniformen antreten, was naheliegt da alle Mitglieder der Gruppe auch der christlichen Freikirche angehören. Doch die Euopean Broadcasting Union verbot Namen und Outfit - sie vermutete nicht zulässige Werbung für die Institution Heilsarmee. Die Schweizer mussten klein beigeben, sich umbenennen und -ziehen.

          Rumänien: Cezar mit „It’s My Life“

          Der rumänische Beitrag von Cezar beschließt das zweite Halbfinale. Und dieser Auftritt dürfte zu den ungewöhnlichsten gehören, die in diesem Jahr in Malmö zu sehen sind. Die hohe Kopfstimme des ausgebildeten Opern-Sängers wird begleitet von elektronischen Beats.

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