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Eurovision Song Contest : Diese zehn sind im ESC-Vorentscheid

Bild: NDR/Schall und Schnabel

Des große Rätseln hat ein Ende, nun stehen die zehn Bands und Sänger für den deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest fest. Was vorher an Gerüchten im Internet kursierte, lag weit daneben. Auch Ralph Siegel versucht es wieder.

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          Zumindest die Zahl zehn stimmte. Ansonsten aber lagen die vermeintlichen Auguren völlig falsch, die schon am 29. Dezember die Kandidaten für den diesjährigen Vorentscheid zum „Eurovision Song Contest“ (ESC) namentlich im Internet veröffentlichten. Nicht Namika, Joris oder die Gruppen Mia und Boy bewerben sich für einen möglichen Finaleinzug im Mai in Stockholm, sondern weitgehend unbekannte (Nachwuchs-)Künstler, wie der verantwortliche Sender NDR am Dienstag offenlegte. „Ich freue mich über die Vielfalt und Buntheit des deutschen ESC-Vorentscheides“, sagte Thomas Schreiber, ARD-Unterhaltungskoordinator. „Die Bandbreite reicht vom Liedermacher mit Gitarre über Schlager bis zu Metal, von der Manga-Stimme über deutschen Pop bis zu einem jungen Indie-Duo.“ Es sei ihnen wichtig gewesen, „viele Genres abzubilden, aber auch, die internationalen Chancen der Titel sowie Gesang und Auftritt der Acts vor einem großen Publikum auf der Bühne in Köln und in Stockholm einzuschätzen“.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Gleich die erste Gruppe steht für „Bombastrock“ und zählt zu den bereits etablierten Bands. Avantasia, gegründet 2000, ist ein Projekt des Fuldaer Sängers und Komponisten Tobias Sammet. Bisher hat Avantasia mehr als drei Millionen Alben verkauft. Das letzte Album „The Mystery Of Time“ erreichte in Deutschland Platz zwei. In wenigen Wochen erscheint das neue Album, die Rock-Oper „Ghostlights“. Ihr Song für Stockholm heißt „Mystery Of A Blood Red Rose“.

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          Der Sänger und Songwriter Alex Diehl kommt aus Traunstein in Bayern. Als spontane Reaktion auf den Terror in Paris schrieb der Achtundzwanzigjährige im November „Nur ein Lied“, nahm sich beim Singen mit der Handykamera auf und lud den Beitrag auf Facebook hoch. Stunden später hatte sein Auftritt schon mehr als eine Million Aufrufe, mittlerweile sind es mehr als sieben Millionen. Diehl, seit zehn Jahren Musiker und Gitarrenlehrer, spielte unter anderen bereits im Vorprogramm von Revolverheld, Andreas Gabalier und Laith Al-Deen. Er will mit der Botschaft „Wir sind Europäer, ein Teil dieser Welt, und wir sind gegen Hass und Krieg!“ zum ESC-Finale fahren.

          Ella Endlich, die eigentlich Jacqueline Zebisch heißt, wurde in Weimar geboren und wuchs in Berlin auf. Unter dem Namen Junia hatte sie Ende der neunziger Jahre erste Chart-Erfolge. 2009 sang sie den Song „Küss mich, halt mich, lieb mich“ aus dem Film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ – er hielt sich mehr als ein Jahr in den deutschen Charts und bekam 2012 Gold. In Kürze veröffentlicht die Einunddreißigjährige ihr neues Album. Ihr Lied für Stockholm heißt „Adrenalin“.

          Der Chor Gregorian hat sich Popmusik im Stil gregorianischer Chorale von mittelalterlichen Mönche verschrieben. Die Idee dazu hatte der Hamburger Musikproduzent Frank Peterson. Seit den frühen neunziger Jahren brachte die Gruppe 15CDs heraus und verkaufte bislang rund zehn Millionen Tonträger. Ihr aktuelles Album „Masters Of Chant – The Final Chapter“ kam auf Platz acht der Deutschen Album-Charts. Gregorians Beitrag für den ESC heißt „Masters Of Chant“.

          Jamie-Lee Kriewitz, geboren in Bennigsen in Niedersachsen, gewann im vergangenen Jahr die fünfte Staffel der Castingshow „The Voice Of Germany“. Ihr selbst geschriebener Finalsong „Ghost“ erreichte danach Platz eins der iTunes-Downloadcharts und kam auf Platz elf der Deutschen Musikcharts. Mit „Ghost“ und der Unterstützung von den Bandmitgliedern der Fantastischen Vier, Michi Beck und Smudo, bewirbt sich die Siebzehnjährige auch um das Grand-Prix-Finale am 14.Mai in Schweden.

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