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Tagebuch aus Oslo (3) : Bootsempfang vom Botschafter

Like a Satellite: Frau Meyer-Landrut Bild: ddp

Dass sich Lena Meyer-Landrut like a Satellite bewegt, ist ja bekannt - diesmal auf einer Fähre. Der deutsche Botschafter Detlev Rünger und seine Frau Iris gaben sich die Ehre, und außer Lena sang auch Didrik Solli-Tangen.

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          „Der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland und Frau geben sich die Ehre.“ So steht es jedes Jahr auf der Einladung geschrieben. Traditionell lädt der Vertreter Berlins im jeweiligen Grand-Prix-Land in seine Residenz ein. Nicht so im Lena-Jahr. In Oslo, wo alles besonders nah am Wasser gebaut zu sein scheint, gaben sich Detlev Rünger und seine Frau Iris die Ehre auf einem Schiff - genauer auf der Fähre „Color Fantasy“, die täglich zwischen Kiel und Oslo verkehrt. Ob's an dem großen Andrang lag oder an der womöglich nur zu kleinen Botschaft war nicht ganz klar.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Das Boot, eines der größten und modernsten seiner Art, lag knapp zwei Stunden für Lena Meyer-Landrut und den diesjährigen norwegischen „Eurovision-Song-Contest“-Kandidaten Didrik Solli-Tangen im Hafen von Oslo vor Anker. Das war genügend Zeit für ein paar Willkommensworte, jeweils drei Lieder und den anschließenden Empfang. Zunächst gab Botschafter Detlev Rünger zu, dass er von der Bedeutung des gerade stattfindenden Ereignisses vor wenigen Wochen noch gar nichts geahnt habe. Er habe erst lernen müssen, dass der Grand Prix neben den Olympischen Spielen und der Fußball-Weltmeisterschaft das größte Medienevent der Welt sei, sagte er sichtlich beeindruckt.

          „Stefan Raab ist an Bord, und Hape Kerkeling auch!“

          Ob er wohl Lena schon kannte? Offenbar ja. Die deutsche Grand-Prix-Hoffnung wollte die Bühne des doch sehr dunklen und irgendwie an Las Vegas erinnernden Theaters im Schiffsinneren nur als weitere Probe für ihren Auftritt am Samstag nutzen, wie sie verschmitzt sagte. „Sie brauchen also gar nicht gucken und zuhören.“ Das aber taten auch einige Passagiere: „Ist das nicht?“, „Das ist doch!“, flüsterte es. Eine Frau bekam sich gar nicht mehr ein und telefonierte gleich in die Heimat: „Stefan Raab ist an Bord, und Hape Kerkeling auch!“

          Blumen vom deutschen Botschafter: Detlev Rünger gibt sich die Ehre

          Mittendrin stand die norwegische Musikinstanz Wencke Myhre, die für den Nachwuchs natürlich nur freundliche Worte fand. Mit einem sechsten Platz, wie ihn Wencke 1968 beim Grand Prix in London mit „Ein Hoch der Liebe“ für Deutschland errang, wären sowohl Lena als auch Didrik mehr als nur zufrieden. Nach der Deutschen zeigte der Norweger ein weiteres Mal, welch große Stimme er hat. Ausgebildet als Opernsänger, sang er erst „Torna a Surriento“, danach das Stück „Zueignung“ von Richard Strauss - ganz klassisch nur mit Klavierbegleitung und auf Deutsch. Der Applaus, den er bekam, nachdem er auch noch seinen ESC-Beitrag „My Heart Is Yours“ vorgetragen hatte, war dementsprechend größer als der für Lena.

          „En romantisk duett“ auf dem Fjord

          Ob sie es mitbekam? Die Neunzehnjährige war schon wieder entschwunden, wie so oft in diesen Tagen. Sie braucht viel Ruhe (wenn sie die überhaupt irgendwo noch finden kann). Außerdem waren Lena und der drei Jahre ältere Didrik ja nicht zum ersten Mal aufeinander getroffen. Mancher will den beiden sogar schon mehr als nur eine professionelle Beziehung andichten.

          Es gab da doch vor ein paar Tagen „en romantisk duett“ auf dem Fjord, wie es so schön in den norwegischen Medien zu lesen stand. Kurz danach aber war der Norweger schon wieder mit der Aserbaidschanerin Safura zu sehen, die als große Favoritin neben Lena gehandelt wird. Also wohl doch nur ein weiteres Gerücht und „business as usual“.

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