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Lena Meyer-Landrut : Roter Teppich für eine Abiturientin

  • Aktualisiert am

Am Flughafen in Hannover bereitete man sich ordentlich auf die Ankunft der jungen Sängerin vor Bild: dpa

Einer 19-jährigen Abiturientin, die aus dem Flugzeug steigt, wird nicht oft eine Liveübertragung im deutschen Fernsehen zuteil. Auf Lena Meyer-Landrut wartete nach ihrem überraschenden Sieg beim Eurovision Song Contest sogar ein Landesminister am Flughafen Hannover.

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          Die Fernsehanstalten kennen kein Halten mehr: Für die Rückkehr der siegreichen Lena Meyer-Landrut vom Eurovision Song Contest haben sie Sondersendungen ins Programm aufgenommen. Den Auftakt machte der Heimatsender der 19-jährigen Hannoveranerin: Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hat am Sonntag live vom Flughafen der niedersächsischen Landeshauptstadt berichtet: „Ist das Lena-Flugzeug denn schon in Sicht?“, fragte die Moderatorin den Reporter auf dem Flughafen - fast so als wenn ein Präsident anreist. Auch Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) wartete dort am roten Teppich mit einem Blumenstrauß auf Deutschlands derzeit berühmteste Abiturientin und übermittelte die Glückwünsche von Bundeskanzlerin Merkel.

          Die 19-Jährige nahm den Auflauf von mehreren hundert Fans auf der Besucherterrasse des Flughafens gewohnt sportlich und bedankte sich fröhlich winkend. Sichtlich gut gelaunt rief sie ihnen zu: „Es regnet doch, geht doch bitte rein!“. Es dürfte eine Weile dauern, bis der jungen Sängerin klar wird, was sie in Deutschland ausgelöst hat. Am Sonntag wird sie auch im Rathaus von Hannover erwartet, wo sie sich ins Goldene Buch der Stadt eintragen soll.

          Ministerpräsident Wulff beglückwünschte die Gesamtschülerin zu ihrem Sieg beim Eurovision Song Contest. Der CDU-Politiker bezeichnete die 19-Jährige als Vorbild für viele junge Leute. „die macht ihr Ding, die hat Begabung und sie bliebt dabei wie sie ist“, lobte er. Er sei stolz auf die hannoversche Abiturientin. „Sie ist
          ein großer Gewinn für unser Land.“

          Warten auf Lena

          Kanzlerin Merkel gratuliert

          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gratulierte Lena über die Medien zu „ihrem Super-Erfolg“ in Oslo. „Lena hat mich mit ihrer Natürlichkeit und Herzlichkeit sehr beeindruckt. Sie ist ein wunderbarer Ausdruck des jungen Deutschlands.“ Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) erklärte in einem Schreiben an Lena: „Mit Ihrem mitreißenden Auftritt haben Sie ganz Deutschland begeistert und sich in die Herzen Europas gesungen. Ob gewollt oder nicht, Sie sind eine Botschafterin für unser Land, die in einer Nacht so manches althergebrachtes Vorurteil sympathisch widerlegt hat.“

          Der ARD bescherte der Fernsehabend die zweithöchste Quote, die jemals bei einer Übertragung des Eurovision Song Contest gemessen wurde. Noch höher war sie nur im Jahr 1980, als 17,35 Millionen Menschen einschalteten.

          Song Contest 2011 in Hannover oder Berlin?

          Kaum war Lenas Sieg für Deutschland entschieden, brach schon die Debatte um den Austragungsort des Eurovision Song Contest 2011 los? Noch in der Nacht hatte Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff gesagt: „Es wäre toll, wenn der Song-Contest nächstes Jahr in die Medienstadt Hannover kommt!“ - also in Lenas Heimat.

          Doch Föderalismus erfordert manchmal Nerven. Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) konterte rasch: „Die Stadt fiebert seit Jahren mit dem Grand Prix und wir werden alles tun, um ihn in Hamburg möglich zu machen“, sagte er dem Radiosender NDR 90,3. Auf der Reeperbahn steigt seit Jahren die offizielle Grand-Prix-Party des Norddeutschen Rundfunks (NDR), der innerhalb des Senderverbandes ARD für den Grand Prix verantwortlich ist.

          Doch in den meisten Ländern ist der Eurovision Song Contest - zumindest in den vergangenen Jahren - in der jeweiligen Hauptstadt ausgetragen worden. Daher ließ Klaus Wowereit (SPD) am Sonntag seinen Senatssprecher Richard Meng ausrichten: „Berlin würde sich natürlich freuen.“ Der Grand Prix würde zum „kreativen Potenzial der Stadt passen“. Man solle jetzt aber nicht „kleinliche Diskussionen führen, wer der Ausrichter wird. Das müssen die Organisatoren und Fernsehsender entscheiden.“

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