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Jörg Grabosch : Der Mann hinter Stefan Raab

  • -Aktualisiert am

Jörg Grabosch ist der Mann im Hintergrund, der Produzent, bei ihm laufen alle Fäden zusammen Bild: Brainpool / Ralf Jürgens

Jörg Grabosch ist der Mann im Hintergrund des „Eurovision Song Contests“. Für Brainpool, dessen Geschäfte er führt, ist es das wichtigste Einzelereignis. Doch er ärgert sich, nicht härter mit dem NDR verhandelt zu haben.

          Jörg Grabosch hat in diesen Tagen viel zu tun. Aber davon werden die wenigsten Zuschauer etwas mitbekommen, wenn an diesem Samstag das Finale des „Eurovision Song Contests“ in Düsseldorf stattfindet. Der 48 Jahre alte Grabosch bereitet das alles seit Herbst vor. Er läuft durch die Arena, sitzt mal an seinem Schreibtisch, steht mal hinterm Regiepult.

          Jan Hauser

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Grabosch ist der Mann im Hintergrund, der Produzent, verantwortlich für Licht, Ton und Regie, bei ihm laufen alle Fäden zusammen. Gelassen hört er sich auch noch an. „Das ist nicht die Neuerfindung der Welt“, sagt er. „Das ist auch nur eine Fernsehshow.“

          Theoretisch. Für Brainpool, das Unternehmen, dessen Geschäfte Grabosch führt, handelt es sich um das wichtigste Einzelereignis seit langem. Wichtigstes Gesicht der Produktionsfirma ist Stefan Raab, der die Sendung zusammen mit Anke Engelke und Judith Rakers moderiert. Raab gehören wie Grabosch 12,5 Prozent an Brainpool. Wenn Stefan Raab der Mann hinter Lena Meyer-Landrut ist, dann ist Jörg Grabosch der Mann hinter Stefan Raab. Ob Wok-WM, Turmspringen oder „Schlag den Raab“: Fast alle Raab-Sendungen macht Grabosch.

          „Da muss ich nächstes Mal härter verhandeln“

          Den Eurovision Song Contest produziert das Unternehmen im Auftrag des NDR. Ausführender Produzent ist Thomas Schreiber von dem Sender. „Wenn ich die Zahlen glauben darf, die Thomas veröffentlicht“, sagt Grabosch, „sind wir ein Viertel günstiger als die Norweger.“ Grabosch ärgert das, denn das Stadion in Düsseldorf ist doppelt so groß wie das in Oslo im vergangenen Jahr.

          „Da muss ich nächstes Mal härter verhandeln“, sagt er. Es wird die größte Einzelveranstaltung der Firmengeschichte. 800 Menschen arbeiten in Düsseldorf sechs Wochen lang durch. Auch Grabosch. „Es gibt nichts, was mehr Spaß macht, als Unterhaltung zu produzieren“, sagt er. In diesen Wochen kommt er meist nicht vor 2 oder 3 Uhr nachts aus der Halle.

          Grabosch hat Brainpool 1994 mit Martin Keß und Ralf Günther gegründet. Sie produzieren mittlerweile für fast alle Fernsehsender. „Weil wir offensichtlich nicht ganz viel falsch machen, haben wir eine gewisse Größe erreicht“, sagt er. Wichtigster Partner ist Pro Sieben Sat 1, allein wegen „TV Total“, Stefan Raabs Stammsendung. 2009 hat Brainpool 73 Millionen Euro umgesetzt.

          In dem Jahr wurden 12 Millionen Euro an die Gesellschafter ausgeschüttet. „Echt? Ich sage ja, ich bin kein Börsenhändler. Ich habe keine Zeit, über Geld nachzudenken“, sagt Grabosch dazu. „Der größte Luxus ist, dass wir keine Reality-Shows am Nachmittag machen müssen mit gefakten Schauspielern, sondern dass wir relativ teure und relativ gute Unterhaltung machen dürfen.“

          Ob am Samstag alles technisch klappt, wird sich zeigen. Der Erfolg hängt vor allem an der Einschaltquote. Ausruhen wird sich Grabosch danach aber kaum können. Für Brainpool geht die Produktion weiter: Am Montag folgen die Aufbauarbeiten für die nächste Sendung von „Schlag den Raab“ auf Pro Sieben, am Freitag kehrt die Sendung „Die Wochenshow“ auf den Bildschirm von Sat 1 zurück.

          Grabosch und seine Kollegen wollen möglichst viele, möglichst gute Shows machen. „Je mehr man tut, desto weniger denkt man darüber nach, sondern sorgt dafür, dass es irgendwie klappt.“

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