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Europa im Winter : Das Eis-Universum

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In Schleswig-Holstein türmt der Wind den Schnee wieder zu hohen Wehen Bild: dpa

Hoher Schnee, klirrende Kälte, eisiger Wind und Glatteis sorgen zum meteorologischen Winterbeginn für Verkehrsprobleme in vielen Teilen Europas. In Deutschland soll es in den kommenden Tagen bis zu minus 20 Grad kalt werden.

          Pünktlich zum meteorologischen Winterbeginn herrscht in weiten Teilen Europas Eiseskälte. In Polen kamen bereits zahlreiche Obdachlose ums Leben. Mehrere internationale Flughäfen waren auch am Mittwoch stundenlang lahmgelegt. Und auch auf den Straßen führten Schnee und Eis vielerorts zu chaotischen Verhältnissen. In Deutschland wurden vor allem im Osten eisige Temperaturen gemessen, bis zu minus 17 Grad meldete der Deutsche Wetterdienst (DWD) in der Nacht zum Mittwoch aus Kubschütz in Sachsen.

          Bitterkalt wird es laut den Prognosen des DWD auch in den nächsten Tagen in ganz Deutschland bleiben, Tiefstwerte bis zu minus 20 Grad sind örtlich möglich. Ungewöhnlich sei die derzeitige Frostperiode allerdings nicht, heißt es beim DWD. „An einigen Messstationen mag vielleicht der kälteste Tageswert für einen Dezemberanfang gemessen werden“, sagt Meteorologe Gerhard Müller-Westermeier. „Aber das ist alles im Rahmen des Üblichen, es gab auch schon wesentlich frühere Wintereinbrüche in Deutschland.“ An einen „Jahrtausendwinter“, wie ihn vor allem einige russische Forscher prognostiziert haben, glaubt Müller-Westermeier deshalb nicht. „Das kann man so nicht vorhersagen, das ist reine Phantasie.“

          Verlässliche Wettervorhersagen seien für höchstens eine Woche möglich, Berechnungen des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (EZMW) in Großbritannien ließen jedoch darauf schließen, dass sowohl der Dezember als auch der Januar etwas kälter würden als im Durchschnitt. „Diese Vorhersagen haben eine Trefferwahrscheinlichkeit von etwa 60 Prozent, das ist immer noch besser als gewürfelt“, sagt Müller-Westermeier.

          Viele Flugreisende in Europa blieben hängen

          In Polen, wo in der Nacht zum Mittwoch bis zu minus 33 Grad gemessen wurden, starben nach Angaben der Polizei bislang mindestens acht Obdachlose. Im Kampf gegen die Schneemassen, die in ganz Polen den Verkehr auf der Straße, in der Luft und auf der Schiene behinderten, werden im ganzen Land 700 Gefangene zum Schaufeln eingesetzt, teilte Justizminister Krzysztof Kwiatkowski mit.

          In Großbritannien mussten mehrere Flughäfen wegen des Schnees schließen. Der Flughafen London Gatwick sollte bis Donnerstagmorgen geschlossen bleiben, auch der schottische Flughafen Edinburgh stellte den Betrieb ein. Betroffen war zudem der Zugverkehr im Tunnel unter dem Ärmelkanal. Weil die Eurostar-Züge aus Sicherheitsgründen langsamer fahren mussten, wurden einige Verbindungen gestrichen. Auch der internationale Flughafen in Genf musste wegen starken Schneefalls dichtmachen. Im Nachbarland Frankreich zwang der Schneefall rund 10.000 Lastwagen die Nacht über zum Halt, die Lage entspannte sich aber im Lauf des Tages. Am Flughafen von Lyon wurden mehr als 100 Flüge gestrichen.

          Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt beruhigte sich am Mittwoch die Lage wieder etwas, rund 60 Flüge fielen aus. Noch am Dienstag hatten heftiger Schneefall und Probleme bei der Enteisung der Flugzeuge dafür gesorgt, dass etwa ein Fünftel aller 1400 vorgesehenen Verbindungen gestrichen werden musste. Auch am Flughafen Berlin-Tegel kam es zu massiven Verspätungen. Die Deutsche Bahn begrenzt unterdessen die Geschwindigkeit von ICE-Zügen schon seit mehreren Tagen auf 200 Stundenkilometer, um Schäden an Strecken und Zügen durch Eisbrocken zu vermeiden.

          Für gute Bedingungen sorgt die Kältewelle derweil in deutschen Wintersportregionen. In den Allgäuer Alpen, in Oberbayern und auch in einigen Mittelgebirgen haben schon mehrere Skigebiete geöffnet. Am Wochenende sollen weitere folgen.

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