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EU-Gesetzentwurf : Automatischer Notruf für alle Neuwagen

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Soll die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungsddienste um die Hälfte verkürzen: der automatische Notrufknopf im Auto Bild: dpa

Jede Minute zählt. Damit die Rettungskräfte schneller an Ort und Stelle sind, sollen alle Neuwagen in der EU von Herbst 2015 an mit einem automatischen Notrufsystem ausgerüstet sein.

          Sämtliche Neuwagen in der Europäischen Union sollen von Herbst 2015 an mit einem automatischen Notrufsystem („E-Call“) ausgerüstet sein. Einen entsprechenden Gesetzentwurf hat die Europäische Kommission am Donnerstag vorgelegt. Mit Hilfe der derzeit knapp 100 Euro kostenden Geräte, über die gegenwärtig erst 0,7 Prozent aller neu zugelassenen Fahrzeuge verfügen, werden bei schweren Unfällen umgehend die Notrufzentralen unter der in Europa einheitlichen Nummer 112 benachrichtigt.

          Da sich die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungsdienste um bis zu 50 Prozent verkürzen lasse und jede Minute zähle, könnten die Geräte dazu beitragen, Jahr für Jahr 2500 Menschen vor dem Unfalltod zu bewahren, sagte Verkehrskommissar Siim Kallas. 2012 seien bei Autounfälle auf Europas Straßen 28.000 Menschen ums Leben gekommen und insgesamt mehr als 1,5 Millionen verletzt worden. Über das damit verbundene Leid der Opfer und ihrer Angehörigen hinaus belasteten die Unfälle und ihre Folgen die Wirtschaft der 27 EU-Staaten pro Jahr mit Kosten von rund 130 Milliarden Euro.

          Das Europäische Parlament hat sich schon vor Jahresfrist mit großer Mehrheit für eine gesetzliche Verpflichtung zum Einbau der Geräte ausgesprochen. Über den Kommissionsvorschlag entscheiden Parlament und EU-Regierungen gleichberechtigt. Die Kommission hat Bedenken zurückgewiesen, dass die Regelung gegen Datenschutzverpflichtungen verstoßen könne. Die Geräte seien nur bei Unfällen in Betrieb oder wenn sie manuell in Gang gesetzt würden.

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