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Erster Deutscher Impftag : Ärzte werben für mehr Impfungen

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Eine Impfung kann Leben retten Bild: dpa

In Arztpraxen, Kindergärten und Schulen soll der erste Deutsche Impftag am Mittwoch darauf über Risiken und Nutzen von Impfungen aufklären.

          Impfungen schützen den Körper vor Viruserkrankungen. Weil immer weniger Menschen, insbesondere Kinder, ausreichend geimpft sind, wollen Ärzte am ersten Deutschen Impftag am Mittwoch für besseren Impfschutz werben.

          Grund genug ist, dass die Impf-Trägheit in Deutschland jährlich mehrere tausend Menschen das Leben kostet. Allein an den Folgen der Virusgrippe sterben nach Angaben des Impfstoff-Herstellers Chiron Behring in Deutschland jährlich bis zu 15.000 Menschen. Der Glaube, dass Kinderkrankheiten harmlos seien, führe dazu, dass unter anderem in vielen Gebieten Deutschlands kein ausreichender Schutz mehr gegen eine Masern-Epidemie bestehe, teilte der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte mit. Die notwendige Impfrate von mindestens 90 Prozent der Bevölkerung werde nicht überall erreicht.

          Kinderkrankheiten nicht harmlos

          Viele Eltern richteten den Blick zu sehr auf die Risiken statt auf die Vorteile der Impfungen, beklagte der Verband. Die Kinderkrankheiten zu unterschätzen, sei aber sehr gefährlich. So könne beispielsweise eine Keuchhusten-Erkrankungen bei Säuglingen zu lebensbedrohlichen Erstickungsanfällen führen, andere Erreger könnten Hirnhaut- oder Leberentzündung verursachen. Schutzimpfungen beugten diesen Gefahren vor.

          Besonders wichtig sei die Auffrischung von einmal gemachten Impfungen. Zwar würden Vorschulkinder häufiger als früher gegen tödliche Krankheiten geimpft, doch die regelmäßig notwendigen Auffrischungen würden vernachlässigt, sagte der Präsident des Bundesverbandes, Klaus Gritz. Nur rund 15 Prozent aller Zwölfjährigen gelten „komplett“ als geimpft. Und um das zu ändern, rief der Verband den ersten Deutschen Impftag ins Leben. Bleibt abzuwarten, was er bewirkt.

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