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Eröffnung des Instituto Cervantes : Spanisches Kronprinzenpaar in Frankfurt

Das Amerika Haus in Frankfurt wird nun zum fünften Spanischen Kulturinstitut in Deutschland Bild: Julia Zimmermann

Seine Königliche Hoheit Felipe, Fürst von Asturien, und seine Gattin, Ihre Königliche Hoheit Letizia, Fürstin von Asturien, kommen nach Frankfurt, um das fünfte spanische Kulturinstitut in Deutschland zu eröffnen.

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          Gegen Mittag walzt sich die kleine Straßenkehrmaschine der Stadtreinigung den Rinnstein vor dem rundum sanierten Gebäude entlang, das den unverwechselbaren Charme der Fünfziger-Jahre-Architektur ausstrahlt. Dem großgewachsenen, mürrisch dreinblickenden Herrn im akkurat sitzenden schwarzen Anzug mit Mikrofon am Ohr ist es jedoch danach an der Bordsteinkante noch immer nicht sauber genug. Er kickt mit Fußballerschwung ein Krümelchen auf die andere Seite der Fahrbahn. Wenn Seine Königliche Hoheit Felipe, Fürst von Asturien, und seine Gattin, Ihre Königliche Hoheit Letizia, Fürstin von Asturien, Frankfurter Westend-Boden betreten, soll kein Stäubchen ihre Freude an der neuen Filiale des Instituto Cervantes trüben.

          Michael Hierholzer

          Kulturredakteur der Rhein-Main-Zeitung.

          An diesem Tag tummeln sich hier viele Sicherheitsleute und Protokollbeamte. Sie sind, wie Ignacio Olmos, der Direktor des Hauses, sagt, alle aus Madrid gekommen und eindeutig an ihrer alles andere als legeren Kleidung zu erkennen. Auch Olmos, der zuvor schon die Institute in Bremen, München und Berlin aufgebaut und geleitet hat, ist nicht völlig gelassen. Der offizielle Tag eins bringt zwar den Glanz der spanischen Krone ins traditionell republikanisch gesinnte Frankfurt. Aber es müssen auch die Vorgaben des höfischen Protokolls beachtet werden, damit es eine märchenhafte Eröffnung wird. Erst kurz vor fünf Uhr nachmittags landet das Kronprinzenpaar in Frankfurt, um das fünfte spanische Kulturinstitut in Deutschland zu eröffnen.

          Nutzungsrecht über 30 Jahre

          1957 war das Amerika-Haus in den denkmalgeschützten Bau von Skidmore, Owings & Merrill gezogen, an dem auch der deutsche Architekt Otto Appel beteiligt war. Jahrzehntelang war es Anlaufstelle der an den Vereinigten Staaten interessierten Bewohner des Rhein-Main-Gebiets, im Gefolge von 1968 eine Zeitlang auch der antiamerikanischen Demonstranten. Sogar Anschläge gab es. Die Amerikaner zogen 1999 teilweise, 2005 ganz aus und gaben das Gebäude der Stadt Frankfurt zurück. Im Sommer 2007 schloss sie einen Vertrag mit dem Instituto Cervantes, in dem diesem ein Nutzungsrecht über 30 Jahre eingeräumt wurde. Ein Novum in der erst 17 Jahre währenden Geschichte dieser vom spanischen Außenministerium unterhaltenen Einrichtung: Die anderen Institutsgebäude befinden sich in ihrem Eigentum.

          Immer unterwegs: das Kronprinzenpaar während der Olympischen Spiele in Peking

          Frankfurt hat für den Umbau 3,2 Millionen Euro ausgegeben, die das Institut in 30 Jahren zurückzahlen wird. 3000 Quadratmeter stehen ihm zur Verfügung, hinzukommen noch einmal 2000 Quadratmeter Gartenfläche. Da man von seiten der Spanier dem deutschen Sommer überraschenderweise viel Optimismus entgegenbringt, sind Theateraufführungen und andere Veranstaltungen auf einer Freilichtbühne geplant.

          Das Lehrerzimmer und die Kursräume erstrahlen glänzend weiß, das rote Institutslogo mit der fürs spanische Schriftbild so typischen Tilde über zwei T-förmigen Verbindungsstücken scheint da und dort auf und findet sich auch in der Gitterstruktur wieder, die sich in gebührendem Abstand zur Fassade vor das Bauwerk geschoben hat. Man will Offenheit symbolisieren. Und sich nicht nur dem Kastilischen, sondern auch den, wie die Sprachregelung heißt, „kooffiziellen“ Idiomen Katalonisch, Baskisch und Galizisch widmen. Carmen Caffarel, die zur Feier des Tages ebenfalls nach Frankfurt gereiste Präsidentin des Instituto Cervantes, hebt die Bedeutung des Spanischen hervor: 450 Millionen Muttersprachler gibt es. Und das Instituto Cervantes habe nicht nur Spanien im Blick, sondern alle Länder, in denen diese Sprache gesprochen wird.

          Die drei Säulen des Instituts

          Der Sprachunterricht, die Auseinandersetzung mit der hispanischen Kultur und die Bibliothek nennt Ignacio Olmos „die drei Säulen“ des Instituts. Frankfurts Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU), der schon als Büroleiter der Oberbürgermeisterin alles daransetzte, die Spanier an den Main zu holen, hat sich gestern offiziell für einen Sprachkurs angemeldet.

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