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Erfolgreichste deutsche Bergsteigerin : Von Melle bezwingt den Cho Oyu

  • -Aktualisiert am

Fast geschafft: Alix von Melle auf dem Weg zum Gipfel des Cho Oyu Bild: Florian Reininger

Alix von Melle hat ihren vierten Achttausender, den Cho Oyu im Himalaya, bestiegen und ist damit die erfolgreichste deutsche Bergsteigerin. Die Bedingungen waren wegen der enormen Schneemassen äußerst schwierig, zeitweise streikte sogar der Sherpa.

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          Alix von Melle hat mit dem 8188 Meter hohen Cho Oyu ihren vierten Achttausender bestiegen. Die 39 Jahre alte gebürtige Hamburgerin, die seit vielen Jahren in München lebt, nutzte ein günstiges Wetterfenster und erreichte gemeinsam mit ihrem Begleiter Rupert Hauer am 2. Oktober den Gipfel des sechsthöchsten Berges der Welt. Alix von Melle, die auch schon auf den Gipfeln von Gasherbrum II (8034 Meter), Nanga Parbat (8125 Meter) und Dhaulagiri (8167 Meter) stand, ist damit die erfolgreichste deutsche Höhenbergsteigerin aller Zeiten. Die Ausnahmeathletin hat recht spät mit dem Bergsteigen begonnen. Erst während des Studiums zog sie nach München und fand dort über Hochtouren in den Alpen auch zum Höhenbergsteigen. Seit ihrem Erfolg am Dhaulagiri im vergangenen Jahr lag sie bei der Zahl der erklommenen Achttausender mit Gaby Hupfauer aus Neu-Ulm gleichauf.

          Obwohl der Cho Oyu im Ruf eines „leichten“ Achttausenders steht, erwies sich seine Besteigung wegen der enormen Schneemassen in der diesjährigen Nachmonsunzeit als besonders schwierig. Aufgrund der hohen Lawinengefahr legten zeitweise die Sherpa, die von den Expeditionen für gewöhnlich zum Verlegen der Fixseile angeheuert werden, die Arbeit nieder. Von den mehr als 450 Bergsteigern, die in diesem Herbst den Weg in das Basislager auf tibetischer Seite gefunden hatten, erreichten bisher nur vier den Gipfel des Cho Oyu.

          Selbst erschwerte Bedingungen konnten sie nicht aufhalten

          Alix von Melle, Florian Reininger und Expeditionsleiter Rupert Hauer kam zugute, dass sie relativ spät im Basislager angekommen waren. Während andere Bergsteiger bereits unverrichteter Dinge die Rückreise antraten, baute die Expedition des Deutschen Alpenvereins (DAV Summit Club) bei günstigeren Verhältnissen die Lagerkette entlang der Route der Erstbesteiger von 1954, der Tichy-Route, auf der Nordwestseite des Berges auf.

          Was für eine Aussicht - der Cho Oyu im Morgenrot
          Was für eine Aussicht - der Cho Oyu im Morgenrot : Bild: Alix von Melle

          Doch selbst am Gipfeltag war äußerst ungewiss, ob die Gruppe den höchsten Punkt des Cho Oyu erreichen würde. Florian Reininger kehrte aufgrund der extremen Temperaturen von minus 30 Grad schon kurz nach dem Aufbruch von Lager III auf rund 7600 Metern um. Weil Fixseile nur bis in eine Höhe von etwa 7800 Metern verlegt worden waren, mussten Alix von Melle und Rupert Hauer ihren Weg durch bis zu 35 Grad steiles Gelände im Alpinstil fortsetzen. Starker Wind mit einer Geschwindigkeit von konstant 50 Kilometern pro Stunde ließ während des Aufstiegs keine Pausen zu. Um 11.15 Uhr stand die Seilschaft schließlich auf dem Gipfel des Cho Oyu.

          Was es heißt, nach anstrengenden Wo-chen am Berg einen Gipfel nicht zu erreichen, hat Alix von Melle in diesem Frühjahr erfahren. Bei der Gipfeletappe des Makalu (8463 Meter) musste die Extrembergsteigerin in einer Höhe von 8050 Metern den Rückzug antreten. „Vor der Abreise zum Cho Oyu war mir aufgrund der Erfahrung am Makalu bewusst, dass die Chancen für einen Gipfelerfolg nur 50 zu 50 stehen. Dass es nun doch geklappt hat, freut mich aufgrund der widrigen Umstände umso mehr“, sagte Alix von Melle nach ihrer Rückkehr in München. Im nächsten Jahr will sie den Broad Peak (8051 Meter) im Karakorum erklimmen.

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