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Berufstätige Mütter : Die Schnellstarterinnen

Manche Mütter haben es nach der Geburt ihres Kindes sehr eilig, wieder arbeiten gehen zu können. Bild: Isabel Klett

Nicht mal ein Jahr Babypause: Drei Mütter erzählen, warum sie schnell nach der Geburt ihres Kindes wieder anfingen zu arbeiten – und wie sie sich dabei fühlten.

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          Nina, 27, Assistenzärztin: Es gab mir ein gutes Gefühl

          Als ich schwanger wurde, war das nicht der optimale Zeitpunkt. Ich hatte mein Studium beendet und gerade meinen ersten Job in der Klinik angetreten, um die Weiterbildung zum Facharzt zu machen. Meine Stelle hätte ich zwar durch die Schwangerschaft nicht verloren, aber wenn ich nach der Geburt ein Jahr zu Hause geblieben wäre, hätte ich schon das Gefühl gehabt, dass ich raus bin und dass ich die guten Positionen in der Station nicht mehr bekomme, weil ein Kind grundsätzlich von vielen als Handicap gesehen wird. Für mich wäre es auch ein Eingeständnis von Schwäche gewesen, wenn ich kurz nach Arbeitsantritt gesagt hätte: „So, jetzt bleibe ich erst mal zu Hause.“

          Anke Schipp
          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Ich hatte mich dann recht schnell entschieden, dass ich den beruflichen Weg trotz Kind ungefähr so weitergehen möchte, wie ich es vor der Schwangerschaft geplant hatte. Mein Chef war überrascht, dass ich vorhatte, so schnell wiederzukommen. Meine andere Chefin aber, die selbst zwei Kinder hat, ermutigte mich, nach der Schwangerschaft wieder voll einzusteigen. Das hat mich bestärkt in meinem Weg. Ich habe sogar vor der Geburt auf den Mutterschutz verzichtet. Es war mir lieber, als zu Hause zu liegen. Viele hatten zu mir gesagt: „Das geht nicht, das schaffst du nicht, du wirst dich schlecht fühlen!“ Aber es war wirklich kein Problem: Freitags war ich noch in der Klinik, montags kam das Kind. Nach der Geburt bin ich dann drei Monate zu Hause geblieben, und als ich wieder anfing zu arbeiten, nahm mein Mann drei Monate Elternzeit.

          Es war am Anfang schon komisch, dass man wochenlang den ganzen Tag mit dem Baby zusammen war und dann plötzlich morgens weggeht. Ich hatte schon ein schlechtes Gewissen, teils kam das aus mir selbst heraus, teilweise aber auch erst durch die Äußerungen von anderen. Wenn ich anderen Leuten davon erzählt habe, fragten einige: „Warum machst du das denn? Eigentlich muss die Mutter doch beim Baby sein!“ Wenn ich mich aber davon emotional distanzierte, hatte ich ein gutes Gefühl, weil ich wusste, dass mein Mann und das Baby gut zurechtkommen. Und ich fand es auch schön, dass die beiden eine enge Beziehung knüpften. Ich habe in dieser Zeit auch noch gestillt, und tagsüber hat mein Mann dem Baby die Flasche gegeben, das hat gut funktioniert.

          Mittlerweile ist mein Sohn ein Jahr alt und geht in die Krippe und wird an drei Nachmittagen von der Tagesmutter abgeholt. Im Nachhinein kann ich sagen: Es ist für alle gut gelaufen - soweit man das bei einem so kleinen Menschen beurteilen kann. Viele haben mir vorher gesagt: „Wenn du während der Schwangerschaft arbeitest, wird es ein ganz unruhiges Kind.“ Oder: „Wenn die Mutter nicht ein Jahr zu Hause bleibt, wird das Kind völlig durcheinander.“ Das hat sich nicht bewahrheitet. Zumindest nach außen hin. Mein Sohn ist ein ausgeglichenes, fröhliches Kind. Das gibt mir ein gutes Gefühl. Ich denke, dass ein Kind auch nichts davon hat, wenn eine unzufriedene Mutter den ganzen Tag zu Hause sitzt.

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