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Berufstätige Mütter : Die Schnellstarterinnen

Das hat aber nicht geklappt: Meinen Status habe ich faktisch nicht behalten. Auch die Beförderung ist nie gekommen. Letztlich wurde ich von den Kollegen und Chefs plötzlich anders einsortiert. Ich war nicht mehr die hochqualifizierte, hochprofessionelle, hochgeschätzte Kollegin, sondern die Teilzeitmutter. Ich spielte automatisch in einer anderen Liga. Man muss ehrlich sagen, dass es auch eine angenehme Seite hat. Es nimmt in gewissen Situationen den Druck raus, man wird vielleicht manchmal nicht ganz so hart angegangen. Aber wenn du in der Karriere vorwärtskommen willst, ist es total negativ.

Dass ich so anders wahrgenommen werden würde, habe ich vor der Geburt nicht reflektiert. Das war vielleicht auch ein bisschen naiv. Man kann eben nicht so viel arbeiten wie jemand, der keine Kinder hat. Und es ist eben doch auch anstrengend, wenn man die Nächte nicht durchschläft. Das hatte ich alles komplett ausgeblendet. Ich dachte: Ach ja, so ein Kind, das braucht ja nicht viel, wenn es klein ist.

Ich habe damals wirklich auf die Frauen herabgeblickt, die drei Jahre in Elternzeit gingen. Drei Jahre - das war für mich unvorstellbar! Im Nachhinein kann ich aber nicht mehr nachvollziehen, warum ich das so gesehen habe. Aus heutiger Sicht denke ich: Was spricht eigentlich gegen drei Jahre Pause? Vor allem, wenn man sich die Frage stellt: Wie viel Berufsleben hast du noch vor dir? Und die Zeit mit den Kindern vergeht eben doch schnell. Ich empfinde das Arbeiten nicht nur finanziell immer noch als attraktiv, und ich finde es auch schön, wenn man wieder im Büro ist, nicht nur Kinderthemen um sich hat und mal wieder was mit dem Kopf macht. Aber ich wäre da heute viel relaxter.

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Nach der Geburt meines zweiten Sohnes bin ich ein Jahr zu Hause geblieben. Und als mein dritter Sohn vor fünf Jahren auf die Welt kam, fing ich elf Monate später wieder an zu arbeiten. Da wurde mir bei der Bank übrigens plötzlich ein sehr guter Job angeboten. Mittlerweile hat sich eben einiges geändert, nicht, weil man plötzlich toleranter gegenüber Müttern geworden ist. Es liegt eher daran, dass auf der mittleren Management-Ebene jetzt mehr Frauen arbeiten, alternative Arbeitsmodelle unterstützt werden und die Unternehmen auf Geschlechtergleichstellung achten. Vor neun Jahren gab es für mich noch keine Vorbilder, an denen ich mich hätte orientieren können.

Aber ich bin überhaupt nicht verbittert. Ich würde das Ganze nur heute viel realistischer sehen. Viele Frauen unterschätzen auch, wie man sich mit den Kindern selbst verändert, wie sehr sich das ganze Leben dreht und dass einem plötzlich andere Dinge wichtiger sind. Von diesem Karrieretrip runterzukommen, hat mich selbst viel ruhiger und offener für andere Themen werden lassen. Und das sage ich jetzt nicht, weil es damals mit der Karriere nicht so geklappt hat. Ich empfinde diese Veränderung als schön.

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