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Erdbeben : Verletzte durch Erdstoß in der Region Aachen

  • Aktualisiert am

Wenn in Deutschland die Erde bebt, dann besonders häufig in der Niederrheinischen Bucht. Diesmal gab es sogar Verletzte.

          1 Min.

          Bei einem leichten Erdbeben nordwestlich von Aachen sind am frühen Samstagmorgen sechs Menschen verletzt worden. An 80 Häusern kippten Schornsteine um, riss Mauerwerk auf und klirrten Fensterscheiben, teilte die Regionalfeuerwehr Süd-Limburg im niederländischen Kerkrade mit.

          Das Hauptbeben begann um 3.40 Uhr mit einer Stärke von 4,0 auf der Richterskala.
          Bereits am Donnerstag hatte ein leichtes Beben im Saarland für wenige Sekunden den Boden erzittern lassen und im benachbartem Lothringen ein Todesopfer gefordert.

          Kirche in Heerlen stark beschädigt

          Fünf Niederländer erlitten bei dem jüngsten Beben wahrscheinlich infolge des Schreckens Herzbeschwerden, bilanzierte Leon Eummelen von der Feuerwehr Süd-Limburg. Sie mussten ärztlich behandelt werden. Ein Mann, der aus dem Bett sprang, sei so unglücklich aufgetreten, dass er eine Verletzung am Knöchel erlitt. Die Schäden an den Gebäuden seien noch relativ gering. Besonders schwer habe es aber eine Kirche im niederländischen Heerlen getroffen. In den Wänden seien große Risse sichtbar.

          Das Epizentrum lag nach Angaben niederländischer Behörden in Voerendaal. Der Erdstoß habe vier Sekunden gedauert. Seine Erschütterungen seien je nach Wohnlage bis zu 20 Sekunden spürbar gewesen, teilte die Erdbebenstation der Universität in Köln mit.

          Bei der Bebenstärke seien unter normalen Umständen keine großen Schäden zu erwarten, erklärte Klaus-Günter Hinzen von der Erdbebenstation in Bensberg. Die Stöße hätten aber ungewöhnlich nah unter der Erdoberfläche gelegen, „da sind die
          Erschütterungen im unmittelbaren Epizentrum schon sehr heftig“. Nach dem Hauptbeben seien zwei Nachbeben mit den Stärken 3,2 und 2,9 auf der Richterskala registriert worden.

          Bebengebiet Niederrheinische Bucht

          Bei der Aachener Polizei riefen innerhalb einer halben Stunde 150 besorgte Menschen an, die meisten mit der Frage: „War das gerade ein Erdbeben?“ „Anrufer erzählten, dass Schränke vibrierten und Bilder von der Wand fielen“, sagte ein Sprecher der Aachener Feuerwehr.

          Nach Angaben von Experten sind Beben in der Niederrheinischen Bucht nicht selten. Das Gebiet mit jährlich einem oder zwei Beben gehöre damit zu den aktivsten Erdbebengebieten nördlich der Alpen. Das letzte größere Beben im Rheinland ereignete sich am 13. April 1992 mit einer Stärke von 5,9 auf der Richterskala. Dabei
          wurden Menschen verletzt und Gebäude beschädigt.

          Erdstoß auch auf Rhodos

          Ein mittelstarkes Beben erschütterte am Morgen auch die griechische Touristeninsel Rhodos und versetzte tausende Menschen in Angst und Schrecken. Verletzte oder Schäden wurden der Polizei aber nicht gemeldet.

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