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Erdbeben in der Türkei : Suche nach Überlebenden könnte bald eingestellt werden

  • Aktualisiert am

Immer noch hoffen die Angehörigen, dass weitere Vermisste lebend gerettet werden Bild: dapd

Im osttürkischen Erdbebengebiet sind am Dienstag sieben Menschen lebend geborgen worden. Doch die Suche nach weiteren Überlebenden könnte bald abgebrochen werden.

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          Zwei Tage nach dem schweren Erdbeben in der Türkei haben Rettungsmannschaften sieben weitere Verschüttete lebend geborgen. „Es war wie das Jüngste Gericht“, schilderte der 18-jährige Mesut Özan Yilmaz dem Sender CNN Türk seine Eindrücke von den 32 Stunden, die er lebend unter den Trümmern eines Teehauses begraben war. Er habe sich unter einen Tisch retten können, unter dem es jedoch sehr eng gewesen sei. Wie seine mit ihm verschütteten Freunde habe er um mehr Platz zum
          Überleben gekämpft. „Ich habe meinen Kopf auf die Füße eines toten Mannes gelegt“, berichtete der unverletzt gebliebene Yilmaz.

          Unterdessen sinkt die Hoffnung, weitere Überlebende unter den Trümmern zu finden. Der stellvertretende türkische Ministerpräsident Bulent Arinc erklärte, die Arbeiten könnten bereits am heutigen Dienstag eingestellt werden.

          Eine Zeltstadt für die Überlebenden Bilderstrecke

          Der türkische Rote Halbmond will die Situation der Menschen nach dem Erdbeben im Osten der Türkei mit insgesamt mehr als 11.000 Zelten verbessern. Bisher habe die Hilfsorganisation 452 Zeltlager aufgebaut, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Bei Einbruch der Dunkelheit waren in der am stärksten betroffenen Stadt Ercis und den Vororten mehrere tausend Menschen an Lagerfeuern ohne Schutz. Rettungskräfte zogen am Montag weitere Menschen aus den Trümmern eingestürzter Gebäude und brachten sie in Krankenhäuser.

          Bisher bargen türkische Rettungskräfte die Leichen von 366 Menschen. Etwa 1300 seien bei der Katastrophe in der Provinz Van verletzt worden, sagte Vize-Regierungschef Bülent Arinc. Die türkische Regierung schickte mehr als 1200 Helfer in die Provinz, die mehrheitlich von Kurden bewohnt wird. Sie liegt im Südosten des Landes und grenzt an den Iran. Das Beben vom Sonntag hatte eine Stärke von 7,2.

          Fast 1000 Gebäude zerstört

          Mehrere Verschüttete wurden lebend aus den Trümmern gezogen. Bei den Rettungsarbeiten wurde auch schweres Räumgerät eingesetzt. Die schwersten Zerstörungen gab es in Ercis. Der Krisenstab der Regierung erklärte, im Erdbebengebiet seien etwa 970 Gebäude zerstört worden.

          Aus dem ganzen Land wurden Ärzte und Helfer in die Region gebracht, um die Verletzten zu versorgen. Regierungschef Erdogan versprach in der Nacht zum Montag in der Provinzhauptstadt Van einen verstärkten Hilfseinsatz der Armee. „Wir werden keinen Bürger in der Kälte lassen.“ Am Montag protestierten nach Einbruch der Dunkelheit mehrere Familien in Ercis, weil sie keine Zelte bekommen hatten. In der Region waren am Abend noch immer Tausende Menschen ohne Zelte, sagten Augenzeugen.

          Die Überlebenschancen schwinden

          Aserbaidschan, Bulgarien und der Iran schickten Hilfe in die Türkei, obwohl Ankara erklärt hatte, mit der Lage selbst fertig zu werden. Die Regierung akzeptierte aber die Hilfsangebote, weil sie bereits am Vortag auf den Weg gebracht worden waren. Auch aus Deutschland starteten am Montag Helfer. Die Hilfsorganisation Humedica schickte ein medizinisches Ersteinsatzteam los. „Für die Menschen, die jetzt noch unter den Trümmern liegen, schwinden natürlich die Überlebenschancen Stunde für Stunde“, sagte Sprecherin Ruth Bücker, bevor ein Charterflug mit Team und Ausrüstung in Memmingen abhob.

          In der Türkei kommt es immer wieder zu Erdbeben, da sich dort etliche Verwerfungslinien befinden. Erst im März 2010 kamen bei Beben der Stärke 6,0 im Osten der Türkei 51 Menschen ums Leben, bei einem Beben der Stärke 6,4 starben 177 Menschen in der Stadt Bingol im Südosten des Landes. 1999 wurden bei zwei Beben im Nordwesten der Türkei 18.000 Menschen getötet.

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