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Erdbeben : Hilfsmaßnahmen sind angelaufen

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Drei Tage nach dem schweren Erdbeben in Zentralamerika sind internationale Hilfsmaßnahmen für die betroffenen Regionen angelaufen.

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          Mehrere Länder haben Suchteams und Hilfsgüter in das vom Erdbeben heimgesuchte Gebiet gesandt, darunter auch Deutschland. Staatsminister Ludger Volmer will nach
          Angaben des Auswärtigen Amtes in den kommenden Tagen in das Erdbebengebiet reisen, um unter anderem ein Notlazarett des Deutschen Roten Kreuzes zu übergeben. Mehr als 1000 Helfer der Organisation sind im Katastrophengebiet im Einsatz.

          Die deutsche Hilfe hat nach Angaben des Auswärtigen Amtes einen Wert von 3,5 Millionen Mark. Die Europäische Kommission kündigte Soforthilfe von rund vier Millionen Mark an. Hilfe wurde unter anderem auch von den USA, Spanien, Großbritannien, Japan und Taiwan angekündigt. Die Infrastruktur des Landes sei völlig zusammengebrochen, erläuterte der deutsche Botschafter in El Salvador, Sepp Wölker. Am dringendsten sei die Versorgung der Bevölkerung mit Wasser, Medikamenten und Zelten. Neben vielen internationalen Hilfsaktionen gebe es auch in der Krisenregion selbst eine „Welle der Solidarität“.

          Am Montag erreichten Helfer erstmals die seit dem Beben von der Außenwelt abgeschnittene Stadt Comasagua, rund 28 Kilometer westlich von der Hauptstadt San Salvador. Auch hier wurden zahlreiche Häuser verschüttet. Comasagua liegt in der Kaffeeregion des Landes und hat 18.000 Einwohner. Nach Angaben von Bewohnern kamen hier rund 40 Menschen ums Leben. 21 Leichen seien geborgen worden.

          Vorort Santa Tecla am stärksten betroffen

          Die meisten Toten wurden in Santa Tecla geborgen. Im Vorort der Hauptstadt San Salvador waren beim Beben am Samstag rund 500 Häuser verschüttet worden. Hunderte Rettungskräfte aus dem In- und Ausland suchten in der Erdbebenregion rund um die Uhr unter Schlammlawinen und dem Schutt eingestürzter Häuser nach Überlebenden. Viele trugen einen Mundschutz, um sich vor möglichen Infektionsrisiken und dem beißenden Leichengeruch zu schützen. Am Sonntagabend hatten sie einen 22-Jährigen gerettet, der 30 Stunden lang verschüttet war. Die Helfer hatten den jungen Mann die ganze Zeit über mit Wasser und Sauerstoff versorgt. Aus Krankenhauskreisen verlautete, bei dem Patienten sei es zu Herz- und Nierenversagen gekommen. Seine Überlebenschancen würden als gering eingeschätzt.



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