https://www.faz.net/-gum-utz9

Entscheidung : IWC stimmt für Fangmoratorium

  • Aktualisiert am

Verloren! Japan darf offiziell nicht weiterjagen Bild: AFP

Die Walschützer haben das Jagdverbot auf die bedrohten Meeressäuger auf der Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission in Alaska mehrheitlich bekräftigt. Japan zog kurz vor dem Tagungsende seinen Antrag zurück.

          Eine Mehrheit der Delegierten auf der 59. Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Anchorage hat das seit 1986 bestehende Walfangmoratorium bekräftigt. Damit ist die „St. Kitts und Nevis-Deklaration“ aus dem vergangenen Jahr hinfällig.

          Diese hatte die Aufrechterhaltung des Walfangverbots in Frage gestellt. In der von Großbritannien eingebrachten neuen Resolution heißt es nun, das Moratorium sei durchaus noch immer von Bedeutung. Der Antrag wurde von 37 Staaten angenommen, vier stimmten gegen ihn, vier enthielten sich, 26 Länder beteiligten sich nicht an der Abstimmung.

          Klares Signal für Artenschutzkonferenz

          Die Resolution wendet sich direkt an die Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzabkommens (Cites), die am Wochenende in Den Haag zusammenkommen werden. Die IWC als wichtigste Walorganisation habe noch nicht alle nötigen Vorkehrungen ergriffen, um den Handel mit Walprodukten zu überwachen. Daher wäre eine Schwächung des von Cites geregelten Handelsverbots für Walfleisch eine große Gefahr für den Fortbestand der Meeressäuger.

          „Das ist ein klares Signal der IWC an die Artenschutzkonferenz, indem sie den Fortbestand des kommerziellen Walfangverbots bestätigt und jegliche Schritte, die zu einer Legalisierung des internationalen Handels mit Walprodukten führen würden, strikt ablehnt“, sagte Nicolas Entrup von der „Whale and Dolphin Conservation Society“.

          Zwei Grönlandwale pro Jahr zum Fang frei

          Grönland konnte sich am letzten Tag der IWC-Tagung mit dem Antrag für eine Ausweitung des indigenen Walfangs nur in Teilen durchsetzen. Die Zwergwalquote wurde auf nunmehr 212 Tiere erhöht, zudem dürfen die Grönländer 19 Finnwale und erstmals auch zwei Grönlandwale jährlich erlegen, aber nicht, wie gefordert, zehn Buckelwale. Die Entscheidung darüber wurde auf nächstes Jahr vertagt, um dem Wissenschaftsausschuss der IWC Gelegenheit zu geben, den Bestand der Tiere zu prüfen. Japans Antrag auf eine dem indigenen Walfang gleichkommende „kulturelle“ Zwergwaljagd in Küstennähe hatte bis zuletzt so wenig Chancen auf einen Erfolg, dass Tokio sein Ansinnen schließlich aufgab.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          TV-Kritik: Anne Will : Klimawandel und Professionalisierung

          In dieser Woche will die Bundesregierung ihre klimapolitischen Pläne festschreiben. Vorher schärfen alle Akteure noch einmal ihr Profil. Das gelang gestern Abend auch dem AfD-Politiker Björn Höcke, während es bei Anne Will um die Autoindustrie ging.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.