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Entführungen : Geiseln in Tadschikistan wieder frei

  • Aktualisiert am

Brunnenprojekt der Welthungerhilfe in Zentralasien Bild: dpa

Elf Mitarbeiter der Deutschen Welthungerhilfe sind wieder in Freiheit. Die Lage in dem zentralasiatischen Land bleibt indes bedrohlich.

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          In Tadschikistan ist nach zwei Tagen die Entführung von elf Mitarbeitern der Deutschen Welthungerhilfe unblutig zu Ende gegangen. Der tadschikische Außenminister Talbak Nasarow habe die Freilassung der Geiseln gegenüber der deutschen Botschaft in der Hauptstadt Duschanbe bestätigt, teilte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes (AA) am Sonntag in Berlin mit.

          Unter den Entführten befanden sich zwei Deutsche und ein US-Bürger. Die Mitarbeiter der Hilfsorganisation waren am Freitag von mutmaßlichen Moslemrebellen in der zentralasiatischen Republik entführt worden. Nach Angaben der Deutschen Botschaft in Duschanbe hatten die Kidnapper die sofortige Freilassung von vier Männern verlangt, die der Ermordung des tadschikischen Vize-Innenministers Habib Sanginow im April verdächtigt werden.

          In einem Funkgespräch habe eine der freigelassenen Geiseln dem deutschen Botschafter Wolfgang Neuen bestätigt, dass alle Freigelassenen wohlauf seien, teilte das Auswärtige Amt weiter mit. Sie wurden nach Angaben von Diplomaten nach Verhandlungen unter der Leitung des tadschikischen Katastrophenschutzministers Mirso Sijejew von den Entführern auf freien Fuß gesetzt.

          Gab es Zugeständnisse an die Entführer?

          Ob den Entführern im Gegenzug für die Freilassung der Geiseln Zugeständnisse gemacht wurden, wurde zunächst nicht bekannt. Nach ihrer Freilassung fuhren die ehemaligen Geiseln in ihren Wagen in die nahe gelegene Stadt Tavildara. Dort nahmen sie Kontakt zur deutschen Botschaft auf. Danach machten sie sich auf den Weg in die Hauptstadt Duschanbe. Insgesamt waren am Freitag 19 Menschen entführt worden - 15 Mitarbeiter der Deutschen Welthungerhilfe und vier tadschikische Sicherheitskräfte. Zuvor war von insgesamt 15 Geiseln die Rede gewesen. Noch am selben Tag ließen die Kidnapper vier Geiseln wieder frei, unter ihnen die deutsche Leiterin der Mission der Welthungerhilfe vor Ort sowie ihre deutsche Stellvertreterin. Auch zwei örtliche Mitarbeiter der Hilfsorganisation wurden unmittelbar nach der Entführung wieder auf freien Fuß gesetzt.

          Die Welthungerhilfe leistet in dem von anhaltender Dürre betroffenen zentralasiatischen Staat Nahrungsmittelhilfe. 1997 hatte die kommunistische Regierung in Duschanbe mit der moslemischen Gruppe der Vereinigten Tadschikischen Opposition (OTO) ein Friedensabkommen unterzeichnet, das einen fünfjährigen Bürgerkrieg in dem Land beenden sollte. Dennoch kommt es seither immer wieder zu Gewalttaten in der ärmsten der fünf früheren zentralasiatischen Sowjetrepubliken.

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