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Entführung : Aufenthaltsort der Geiseln weiter unklar

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Viel Sand, wenige Informationen Bild: PHOENIX ZDF Trebitsch

Über den Verbleib der 15 zu Anfang des Jahres in der Sahara entführten Geiseln ist weiterhin nichts genaueres bekannt. Die Behörden in Mali bestreiten, daß sie sich in ihrem Land befinden könnten.

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          Nach wie vor ist unklar, wo die 15 zu Anfang des Jahres in der Sahara entführten Geiseln sich aufhalten. Unter ihnen befinden sich zehn Deutsche. Der Leiter des zuständigen Krisenstabes im Auswärtigen Amt in Berlin, Staatssekretär Chrobog, hat in der Hauptstadt Malis, Bamako, mit Staatspräsident Amadou Toumani Touré über die Sache gesprochen. Zuvor hatte es in Zeitungsberichten geheißen, die Entführer seien möglicherweise mit ihren Geiseln von Algerien nach Mali ausgewichen.

          Eine Bestätigung dafür, daß die Entführten sich in Mali aufhalten, gibt es nicht, die Behörden in Mali bestreiten es sogar. Doch spricht vieles dafür, daß sie sich in der Grenzregion zwischen Algerien, Mali, Mauretanien und Niger befinden. Die Region ist schwer zugänglich. Schon im April, also vor der Befreiung von 17 der 32 Geiseln in Algerien, hatte das Auswärtige Amt mitgeteilt, daß die Grenzräume Algeriens zu Niger, Mauretanien und Mali für die Sicherheitsorgane "schwer kontrollierbar" seien. Chrobog sagte in Bamako lediglich, es gehe ihm darum, die Freilassung der Verschleppten "gesund und lebend" zu erreichen.

          Bundesregierung uninformativ

          Die Bundesregierung bleibt dabei, so gut wie keine Informationen über die Entwicklung der seit Februar andauernden Entführung zu verbreiten. Die außenpolitischen Obleute des Bundestages werden fortlaufend unterrichtet. Begründet wird die Zurückhaltung mit dem Schutz der immer noch verschwundenen Touristen. Nach der Befreiung von 17 Geiseln im Mai hatte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Lindner, gesagt, zwar habe es manchmal so gewirkt, als sei die Regierung nahe daran, mit dem Mittel der Nachrichtensperre zu arbeiten. Das sei jedoch nicht der Fall. Mitgeteilt werde das, was die Entführten nicht gefährde.

          Gute Beziehungen zu Mali

          Die Bundesregierung hat in der Vergangenheit immer hervorgehoben, daß sie "sehr eng mit der algerischen Regierung und mit allen algerischen Institutionen", die mit der Angelegenheit beschäftigt seien, zusammenarbeite. Eine Kooperation mit der Regierung in Mali dürfte sich politisch für Deutschland einigermaßen leicht gestalten. Die grundsätzliche Einschätzung des Auswärtigen Amtes heißt: "Die deutsch-malischen Beziehungen sind auf allen Gebieten gut." Bundespräsident Rau war noch im vorigen Jahr zu einem Staatsbesuch in Mali. Der gute Ruf Deutschlands gründet unter anderem darauf, daß die Bundesregierung das erste Land war, das Mali 1960 anerkannte.

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