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England : Richard III. starb einen grausamen Tod

Wurde am Ende wohl mit der Streitaxt eingeschlagen: der Schädel von Richard III. Bild: dpa

Untersuchungen des Schädels und der Gebeine von Richard III. geben neue Hinweise darauf, wie der Monarch 1485 auf dem Schlachtfeld starb. Der letzte König aus dem Hause Plantagenet wurde demnach übel zugerichtet.

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          Richard III. war schon in die Knie gegangen und hatte seinen Helm verloren oder vom Kopf gezogen, als ihn die tödlichen Hiebe trafen. Davon gehen die Mediziner aus, die Schädel und Gebeine des englischen Königs unter anderem mit Computer-Tomographie untersucht haben. Richard III. war 1485 in der Schlacht von Bosworth gefallen, nachdem ihn einer seiner Verbündeten verraten hatte. Nach Meinung des Gerichtsmediziners Guy Rutty von der Universität Leicester war auch eine Verletzung am Unterkörper Richards so schwer, dass der damals 32 Jahre alte Monarch an ihr gestorben sein könnte.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Insgesamt fanden sich an den sterblichen Überresten, die 2012 bei einer gezielten Grabung unter einem Parkplatz in Leicester gefunden wurden, elf Hieb- oder Stichverletzungen, wie die Wissenschaftler in der Zeitschrift „The Lancet“ schreiben. Die Art der Verletzungen entspricht demnach zeitgenössischen Berichten, in denen es heißt, Richard habe sein Pferd bereits aufgegeben, weil er in einem Sumpf feststeckte.

          Im kommenden Jahr sollen die Gebeine von Richard III. begraben werden – 530 Jahre nach seinem Tod Bilderstrecke

          Bei den tödlichen Hieben gegen seinen Kopf hielt er seinen Kopf gesenkt, wie Rutty schreibt. Das zeigten die massiven Verletzungen an der Schädelbasis. Auch das stimmt mit den überlieferten Quellen überein: Richard soll letztlich von dem walisischen Adligen Rhys ap Thomas mit einer Streitaxt erschlagen worden sein. Der Leichnam, so wird berichtet, wurde danach geschändet und nackt auf einem Pferd nach Leicester in ein Wirtshaus gebracht, um dort ausgestellt zu werden. Historiker nehmen an, dass man Richard III. in einer Grube in der Greyfriars-Kirche des dortigen Franziskanerklosters verscharrte. Die Kirche wurde im 16.Jahrhundert zerstört.

          Richard III. hatte England von 1483 bis 1485 regiert und wurde durch William Shakespeares Drama „Die Tragödie von König Richard III.“ unsterblich. Die Gebeine des Königs sollen am 26.März 2015 in der Kathedrale der mittelenglischen Stadt Leicester beigesetzt werden. Die Zeremonie wird den Abschluss einer Reihe von Veranstaltungen zum Gedenken an den jungen König bilden, den letzten Monarchen aus dem Hause Plantagenet, der zugleich der letzte englische Herrscher war, der auf einem Schlachtfeld fiel. Nach Richards Tod begann mit seinem Widersacher Heinrich VII. die Zeit der Tudors.

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