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Eurovision Song Contest : Warum Elaiza die Zuschauer begeisterte

Elaiza gewinnen den Vorentscheid für den Eurovision Song Contest Bild: dpa

Überraschung: Nicht Unheilig oder Santiano, sondern die fast unbekannte Band Elaiza fährt im Mai zum Finale des „Eurovision Song Contest“ nach Kopenhagen.

          Am Ende ging es auch um jung oder älter. Um fast noch unbekannt und ziemlich altbekannt. Um Mädels ganz in Weiß und Männer ganz in Schwarz. Besser hätte man sich die Dramaturgie beim diesjährigen Vorentscheid zum „Eurovision Song Contest“ (ESC) nicht wünschen können. Und als dann auch noch die „Newcomer“, die vor zwei Wochen fast noch niemand in Deutschland kannte, die Millionen-Alben-Seller, die seit 15 Jahren zu den erfolgreichsten deutschen Künstlern gehören und dafür bereits mit Echo, Bambi und Goldener Kamera ausgezeichnet wurden, geschlagen hatten, war das zumindest eine gelungene Überraschung.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Elaiza, die nur über eine Wildcard überhaupt zum Vorentscheid gekommen waren, und nicht Unheilig fahren zum Grand-Prix-Finale im Mai nach Kopenhagen. Der Traum des Grafen, der bürgerlich einfach Bernd Graf heißt, Deutschland einmal beim ESC zu vertreten, und das in seiner Muttersprache, ging am Donnerstagabend in der Lanxess-Arena in Köln nicht in Erfüllung. Er hatte viel gewagt, er hatte vielleicht am meisten von allen Teilnehmern zu verlieren. Immerhin erreichte er als der vermeintlich große Favorit das Finale, in dem er dann nur dem Berliner Trio um Sängerin Elzbieta „Ela“ Steinmetz und ihrem selbst geschriebenen Lied „Is It Right“ unterlag. Sechs andere Kandidaten, unter ihnen die ebenfalls favorisierten Seemänner Santiano und die Rock-’n’-Roll-Band The Baseballs, waren vorher schon ausgeschieden.

          Anders als noch vergangenes Jahr hatten dieses Mal nur die Zuschauer über den deutschen Kandidaten zu entscheiden. Eine Jury gab es nicht. Dafür aber gleich drei Entscheidungsrunden, und ein nicht ganz einfach zu durchschauendes Voting-Verfahren. In der ersten Runde ging es um die Künstler, die nacheinander ein Lied auf der Bühne präsentierten. Danach wurden vier von ihnen in eine zweite Runde gewählt, in der sie ihr zweites Lied sangen. Aus den dann acht Liedern der vier Halbfinalisten mussten die Zuschauer ihren Favoriten wählen. Im Finale standen sich dann die beiden Künstler gegenüber, deren Songs die meisten Stimmen bekommen hatten. Das Ergebnis war eindeutig: Elaiza gewann ziemlich klar mit 55 Prozent der Stimmen gegen 45 Prozent für Unheilig. Insgesamt waren 1,9 Millionen Anrufe gezählt worden. 550 000 in der ersten Runde, 645 000 in der zweiten, und im Finale sogar 721 000.

          Von Youtube übers Clubkonzert nach Kopenhagen: Elaiza hatte niemand wirklich auf der Rechnung. Wie auch sollten die unbekannten Drei aus Berlin gegen Unheilig und Santiano bestehen? Doch sie waren der Lichtblick des gesamten Vorentscheids. Ela (21), Yvonne (29) und Natalie (28) bestachen durch ihre Unbekümmertheit, auch weil sie zugleich den Willen hatten, ihr Bestes zu geben. Und sie können Musik. Ihr größtes Plus ist die Stimme von Sängerin Elzbieta „Ela“ Steinmetz. Wenn man sie einmal gehört hat, weiß man, warum die Wasserstoffblondierte ein bekennender P!nk-Fan ist Bilderstrecke

          Was ein Song aus Deutschland haben muss, damit zum Beispiel Schweden, Italiener und Norweger für ihn beim Finale am 10. Mai in Kopenhagen anrufen, wollte die Moderatorin des Abends, Barbara Schöneberger, von gleich drei Grand-Prix-Experten aus Schweden, Italien und Norwegen wissen. Maßschneidern lasse sich kein Lied mehr für den ESC, lautete ihre Antwort. „Wählt einen authentischen Song, etwas worauf Ihr in Deutschland stolz sein könnt“, meinte der Italiener Nicola Caligiore. „Hört auf Euer Herz heute Abend“, sagte der Schwede Christer Björkman. „Seid mutig“, ergänzte der Generalsekretär des „Eurovision Song Contest“, der Norweger Jon Ola Sand.

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