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Eintrag im Guinness-Buch : Höchster Mini-Tornado der Welt

  • -Aktualisiert am

Es geht los: Der Tornado wird erzeugt Bild: dpa

In Amerika sind Menschen froh, wenn sie nichts von Tornados sehen und hören. In Deutschland im Mercedes-Museum wollten die Techniker unbedingt einen Wirbelsturm erzeugen. Und haben es geschafft - bis ins Guinness-Buch.

          1 Min.

          Da steht der von Rudolf Caracciola gefahrene W125-Rennwagen. Noch heute hält er mit 432,7 Stundenkilometern den Geschwindigkeitsrekord eines Rennwagens auf öffentlichen Straßen. Aber die Chefs des Mercedes-Museums in Untertürkheim sind mit Weltrekordfahrzeugen allein nicht zufrieden. Die Manager wollen Rauch machen - und mit ihrem Entrauchungstornado in das Guinness-Buch der Rekorde.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Sollte in dem Markenmuseum, entworfen von den Architekten UN Studio van Berkel und Bos, ein Brand ausbrechen, soll die speziell für das Museum konstruierte Entrauchungsanlage die Museumsbesucher vor giftigen Branddämpfen schützen und den höchsten künstlich erzeugten Wirbelsturm der Welt erzeugen. Für diesen Montagmittag kündigt daher Rüdiger Detzer, der Entwickler der Anlage, einen neuen Weltrekord an.

          Tangential eingeblasen

          Eine Delegation des Guinness-Buches ist im Haus, sie soll nachmessen, ob der künstliche Wirbelsturm tatsächlich 34,4 Meter hoch ist. „Die Luft wird tangential eingeblasen und in der Mitte vom Ventilator abgesaugt. So entsteht ein Unterdruckfeld“, sagt Detzer. Der Ingenieur hat mit seinen Kollegen die Entrauchungsanlage im einem Modell im Maßstab 1:18 ausprobiert, Vorbilder gab es nicht. „Wir haben dann sogar diese teuren Mercedes-Spielzeugautos in das Modell gestellt, die sind auch im Maßstab 1:18 hergestellt.“

          Der Wirbelsturm entwickelt langsam seine Kraft...

          Ohne eine Entrauchungsanlage würden die Museumsbesucher nach wenigen Minuten bewusstlos, nach etwa 15 Minuten ist eine Reanimation zwecklos. Der Ingenieur Detzer will aber nicht nur Angst machen. Er sei auch gefragt worden, was passiere, wenn ein Mensch direkt unter dem künstlichen Tornado gerate. „Nicht viel. Es kann sein, dass der dann so aussieht wie ich“, sagt Detzer und zeigt auf seine Glatze.

          Styroporkügelchen auf blankem Fußboden

          Es dauert sechs Minuten, bis die Styroporkügelchen auf dem blanken Fußboden des Mercedes-Museums tänzeln. Aus einer kleinen Discorauchmaschine kommen kleine Rauchwolken. Die Zuschauer knien mit ihren Digitalkameras andächtig auf dem Boden. Eine große Entrauchungsklappe im zweiten Stock öffnet sich. Ein 40 Zentimeter breiter Rauchschlauch windet sich bis zur Decke.

          Das Artrium ist 42 Meter hoch und verfügt über ein Entrauchungssystem, das mit einem Ventilator im Dach des Gebäudes und 144 Luftdüsen den Tornado erzeugt. 28 Tonnen Luft setzen die Düsen und der Ventilator in Bewegung. Das Tosen des Ventilators übertönt jeden Freudeschrei über den Rekord.

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