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Geheimes Ermittlungsverfahren : Die RAF-Waffe und die Mafia

Mauser Parabellum: Eine Pistole dieses Modells wurde 1984 in Maxdorf geraubt. Bild: F1 Online

In den Achtzigerjahren überfallen Terroristen ein Waffengeschäft. Eine der geraubten Pistolen taucht gut zehn Jahre später wieder auf – bei einem spanischen Kokainhändler mit Verbindungen zur 'ndrangheta.

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          Wer die vermeintlichen Kunden waren, die am Nachmittag des 5. No­vember 1984 das Waffengeschäft in Maxdorf bei Ludwigshafen betraten, ist bis heute nicht bekannt. Der Inhaber war sich später nicht einmal sicher, ob es zwei Männer waren oder nicht doch ein Mann und eine Frau, die ihn damals nach einer Ithaca-Flinte fragten. Als er ihnen ein entsprechendes Modell holen und zeigen wollte, ging es plötzlich ganz schnell: Die beiden zogen ihre eigenen Waffen, zwangen ihn auf den Boden und knebelten und fesselten ihn mit Paketband. Sie packten zwei Ithaca-Flinten, 22 Pistolen und etwa 2800 Schuss Munition in ihren roten VW-Golf und fuhren davon.

          David Klaubert
          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Zuerst vermutete die Polizei Kleinkriminelle aus der Gegend hinter dem Überfall. Doch dann übernahm das Bundeskriminalamt die Ermittlungen. Durch Festnahmen und Razzien war es in den Jahren zuvor gelungen, der „Roten Armee Fraktion“ einen Großteil ihrer Waffen abzunehmen. So lag die Ver­mutung nahe, dass mit dem Überfall die Ausrüstung für ge­plante Terroranschläge beschafft werden sollte. Der Tatablauf deutete in dieselbe Richtung. Und tatsächlich fanden die Er­mittler ein knappes Jahr später in einem Zimmer in Offenbach, das eine Unterstützerin der RAF unter falschem Namen an­gemietet hatte, drei der in Maxdorf ge­raubten Waffen.

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