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Zeitzeuge erinnert sich : „Und das Unheil nahm in Stalingrad seinen Lauf“

Vor 75 Jahren dabei: Walter Regula nahm am Russland-Feldzug teil. Bild: Reiner Burger

Walter Regula plante 1942 als Meteorologe die Luftbrücke zur Rettung seiner Kameraden in Stalingrad mit. Doch warum scheiterte der Einsatz?

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          Dass der Grat zwischen Leben und Tod schmal ist, wurde Walter Regula früh bewusst. Als kleiner Junge erfuhr er, dass seine Mutter während seiner Geburt gestorben war. „Sie schenkte mir das Leben an jenem 2. Januar und ihres gleich dazu“, sagt er und lächelt bitter. 103 Jahre ist das mittlerweile her. Aber was will das schon heißen? Manche Trauer kennt keine Zeit. Und es spielt auch keine Rolle, dass sich Regula, das Winterkind, reich beschenkt fühlt vom Leben, weil es nach jedem Winter wieder Frühling wurde, weil er so lange glücklich verheiratet sein durfte, weil er zwei Töchter hat, vier Enkel und fünf Urenkel. Zudem ist er stolz darauf, dass er sich bis heute weitgehend selbst versorgt, dass er zeichnet und aquarelliert, dass er täglich diese Zeitung liest, wie er es tut, seit die F.A.Z. 1949 das erste Mal erschien.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Gerne erzählt Regula auch von der glänzenden Karriere, die er in der Bonner Republik machte. Im Wissenschaftsministerium war der promovierte Naturwissenschaftler verantwortlich für die Abteilung „Erforschung des Universums und der Erde mit Raketen, Satelliten und Raumsonden“. Er war zudem der deutsche Chefdelegierte bei der Europäischen Weltraumorganisation, und als die Bundesrepublik Deutschland 1973 in den Kreis der Völkergemeinschaft aufgenommen wurde, war es ganz selbstverständlich, dass Regula die Bundesrepublik auch im Komitee für Wissenschaft und Forschung der Vereinten Nationen vertreten würde.

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