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Eherecht : Chile erlaubt als letztes westliches Land Scheidungen

  • Aktualisiert am

Bastion gefallen: Auch in Chile werden Ehen künftig offiziell geschieden Bild: REUTERS

Der erste Scheidungsantrag ließ nicht lange auf sich warten. Künftig können auch in Chile gescheiterte Ehen geschieden werden. Experten erwarten nun einen Ansturm auf die Gerichte.

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          Chile hat als letztes westliches Land Scheidungen erlaubt. Eine mißhandelte Frau war am Donnerstag die erste, die in Santiago de Chile das Ende ihrer Ehe beantragte. Ihr Mann habe sie nur geheiratet, um sie psychisch zu quälen, sagte die Hausfrau.

          Nach neunjähriger Debatte hatte der Kongreß sich Anfang des Jahres gegen den Widerstand der katholischen Kirche dazu durchgerungen, das vor 120 Jahren eingeführte Verbot der Ehescheidung aufzuheben. Die Kirche hatte sogar damit gedroht, Abgeordnete, die für das Gesetz stimmten, zu exkommunizieren.

          „Das wird ein Hurrikan“

          Die Behörden rechnen mit bis zu 50.000 Scheidungsanträgen in den kommenden Wochen. „Das wird keine Lawine, sondern ein Hurrikan“, sagte Ricardo Viteri Prado, der eine Website für Scheidungswillige betreibt. „Die Gerichte werden zusammenbrechen, die werden damit nicht fertig.“

          Bisher konnten gescheiterte Ehen in dem südamerikanischen Land nur annuliert werden. Die Eheleute brauchten dafür einen Zeugen, der bestätigte, die Ehe sei in Wirklichkeit nie vollzogen worden. Meistens fragten die Richter nicht weiter nach. Kinder aus solchen Verbindungen galten als außerehelich geboren.

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