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Ägypten : Widersprüchliche Angaben zu Egypt-Air-Absturz

  • Aktualisiert am

Trümmerteile der abgestürzten Maschine werden untersucht Bild: AP

Suchmannschaften und Experten in Griechenland und Ägypten arbeiten auf Hochtouren, um das Rätsel um den Absturz des Fluges MS804 zu lösen. Doch mit vorschnellen Äußerungen tragen die Fachleute nicht zur Aufklärung bei.

          Auch wenn immer mehr Details über den Absturz des ägyptischen Passagierflugzeugs im östlichen Mittelmeer bekannt werden, herrscht weiter Unklarheit über die Ursache. Die ägyptischen Behörden widersprechen mittlerweile der griechischen Darstellung, nach welcher der Airbus der Fluggesellschaft Egypt Air während seines Absturzes ungewöhnliche Manöver vollzog. Das Flugzeug habe weder plötzlich an Höhe verloren, noch habe es eine scharfe Links- oder Rechtskurve vollzogen, sagte der Leiter der ägyptischen Flugsicherung, Ehab Azmy, am Dienstag. So hatte dies der griechische Verteidigungsminister Panos Kammenos beschrieben. „Es war alles in Ordnung, als es in den ägyptischen Luftüberwachungsbereich eintrat, was fast ein oder zwei Minuten vor dem Verschwinden war“, sagte Azmy.

          Das Flugzeug -Amit 66 Personen an Bord war in der Nacht zu Donnerstag auf dem Weg von Paris nach Kairo verschwunden. Es läuft eine Suchaktion, an der seit Montag ein französisches Spezialschiff beteiligt ist, welches nach Angaben der Marine über ein Sonargerät verfügt, das die Signale der Flugschreiber auffangen kann. Diese werden in 2500 bis 3000 Metern Tiefe vermutet. Der Stimmenrekorder und der Flugdatenschreiber könnten Gewissheit über die Absturzursache liefern.

          Ägyptische Behörden widersprechen sich

          Selbst innerhalb der ägyptischen Behörden gibt es dazu offenbar widersprüchliche Aussagen. Der Leiter des Amts für Forensische Medizin, Hisham Abdul Hamid, widersprach gegenüber dem britischen Sender BBC Aussagen ägyptischer Ermittler, nach denen geborgene Leichenteile auf eine Explosion an Bord hindeuteten. „Alles, was über diese Angelegenheit veröffentlicht wurde, ist komplett falsch“, sagte Abdul Hamid. Nach übereinstimmenden Angaben wurden indes bislang keine Spuren von Sprengstoff festgestellt.

          Am Dienstag morgen hatten ägyptische Medien verbreitet, dass die Untersuchungskommission aus den ersten forensischen Untersuchungen Hinweise erhalten habe, dass an Bord eine Explosion stattgefunden habe. Demnach seien bislang nur kleine Körperteile gefunden worden, die keine vom Aufprall auf das Wasser oder später verursachten Verletzungen aufweisen. Dies deute darauf hin, dass das Flugzeug in der Luft auseinander gerissen sei, hatten Quellen innerhalb der Untersuchungskommission erklärt.

          Am Montag hatte die auf Luftfahrt spezialisierte Internetseite Aviation Herald Störungsmeldungen veröffentlicht, die in einem Zeitraum von drei Minuten gesendet worden seien. Der Rauchmelder einer Bordtoilette habe Alarm ausgelöst, ebenso einer in dem Raum der Flugzeugelektronik unter dem Cockpit. Die französische Flugsicherheitsbehörde hat bestätigt, dass automatisch gesendete Signale darauf hindeuten, dass es Rauchentwicklung gab.

          Der Kommission zufolge laufen derzeit DNS-Untersuchungen der geborgenen Körperteile, um die Insassen zu identifizieren. An Bord der Maschine waren hauptsächlich Ägypter und Franzosen. Deutsche saßen nicht in dem abgestürzten Flugzeug.

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