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Universitätsklinik : Ebola-Patient soll in Frankfurt behandelt werden

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Zunächst nur ein Testfall: Die Isolierstation an der Uniklinik in Frankfurt bereitet sich auf einen Ebola-Patienten vor (August 2014) Bild: dpa

In der Frankfurter Universitätsklinik soll in Kürze ein Patient eintreffen, der sich mit Ebola infiziert hat. Er soll auf der Isolierstation behandelt werden. Nähere Umstände sind noch nicht bekannt.

          Ein an Ebola erkrankter Mitarbeiter einer Hilfsorganisation soll voraussichtlich in Hessen behandelt werden. Geplant sei, den Patienten auf der Isolierstation der Frankfurter Universitätsklinik zu vorsorgen, sagte eine Sprecherin des Sozialministeriums am Donnerstag in Wiesbaden. Der Gesundheitszustand des Mitarbeiters sei aber derzeit so schlecht, dass er nicht transportfähig sei. Es sei daher noch offen, ob und wann der Ebola-Patient eingeflogen werde, erklärte die Sprecherin. Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) sagte deswegen eine kurzfristig anberaumte Pressekonferenz in Wiesbaden zu den Hintergründen des Falls wenig später wieder ab.

          Dem Vernehmen nach hatte sich die Hilfsorganisation an das in Frankfurt ansässige  Kompetenzzentrum für hochkontagiöse, lebensbedrohliche Erkrankungen gewandt. Das Kompetenzzentrum wird getragen vom Gesundheitsamt Frankfurt, das die Leitung und Organisation ausübt sowie hessische und rheinland-pfälzische Gesundheitsämter und Kliniken berät. Eingebunden in das Kompetenzzentrum sind die Universitätsklinik, die die medizinische Versorgung der Patienten in der Sonder-Isolierstation übernimmt und beratend hinzugezogen werden kann, die Branddirektion, die für den Patiententransport zuständig ist, das Hochsicherheitslabor in Marburg. Zu den hochansteckenden Krankheiten gehören  neben Ebola auch andere durch Viren verursachte hämorrhagischen Fieber  wie Marburg-, Lassa- oder Krim-Kongofieber. Bei allen Erkrankungen kommt es zu Blutungen, die tödlich verlaufen können.

          Das Uniklinikum Frankfurt ist derweil auf den Kranken mit der hochansteckenden Krankheit vorbereitet: „Wir erwarten einen Patienten“, sagte ein Sprecher des Klinikums. Detailliertere Informationen, in welchem westafrikanischen Land sich der Mann angesteckt hat, gab es zunächst nicht.

          Die „Bild“-Zeitung will erfahren haben, dass es sich bei dem Patienten um einen belgischen Kinderarzt handelt, der sich während eines Hilfseinsatzes in Afrika infiziert haben soll.

          Bereits am 27. August war ein Ebola-Patient aus Westafrika nach Deutschland gekommen und in die Uniklinik Hamburg-Eppendorf gebracht worden.

          Liberia hat derweil angesichts der Einreise eines mit Ebola infizierten Bürgers des Landes in die Vereinigten Staaten strenge Gesundheitskontrollen auf dem Internationalen Flughafen von Monrovia zugesichert. Diese seien allerdings schon üblich gewesen, als der Liberianer am 19. September von dort aus gestartet sei, erklärte Informationsminister Lewis Brown am Donnerstag. Liberias Regierung erklärte, sie bedauere, dass ein Landesbürger das Ebola-Virus in die Vereinigten Staaten getragen habe. „Wir sagen seit Monaten, dass diese Krankheit nicht einfach eine Angelegenheit Liberias oder Westafrikas ist“, heißt es in der Regierungsmitteilung. „Die gesamte internationale Gemeinschaft ist beim Kampf gegen Ebola gefordert.“

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