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Video mit Rapper : Düsseldorf setzt Farid Bang in Szene – trotz heftiger Kritik

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Rapper Farid Bang (links) und Rap-Kollege Kollegah bei der Echoverleihung in Berlin am 12. April 2018 Bild: dpa

Weil die Stadt Düsseldorf einige Gesellschaftsgruppen nicht erreiche, spannt sie nun den umstrittenen Rapper Farid Bang ein. Er soll für die Einhaltung von Corona-Regeln werben. Die Reaktionen gehen auseinander.

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          Trotz massiver Kritik hat der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) ein Video des umstrittenen Rappers Farid Bang mit einem Appell zum Respekt vor den Corona-Regeln veröffentlichen lassen. Auf die geplante Veröffentlichung eines zweiten Videos, in dem der Oberbürgermeister mit dem Düsseldorfer Rapper gemeinsam auftreten wollte, verzichtet Geisel allerdings. Er wisse, dass Farid Bang eine „ausgesprochen kontroverse Figur“ sei, sagte Geisel am Mittwoch. „Ich halte manches, was er gemacht hat, für widerwärtig.“ Der Musiker habe aber seine früheren Texte bereut.

          Die Antisemitismusbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, kritisiert die Wahl des 34 Jahre alten Musikers für ein öffentliches Projekt scharf. „Für das, was Farid Bang vertritt, ist kein Platz im öffentlichen und demokratischen Leben in Nordrhein-Westfalen“, erklärte die Landesbeauftragte. Der Rapper propagiere Antisemitismus und provoziere mit gewaltverherrlichenden und frauenfeindlichen Texten, sagte Leutheusser-Schnarrenberger der „Rheinischen Post“. Sie sprach von einem fatalen Zeichen an das jüdische Leben in Deutschland.

          Allerdings finden sich auch positive Stimmen. Unter dem auf Youtube veröffentlichten Video äußern Nutzer ihren Respekt für das Projekt. Thomas Geisel sei ein Politiker, der über seinen Schatten springe und „was Neues ausprobiert“, kommentiert ein Nutzer.

          Die Stadt Düsseldorf gibt an, sie wolle mit dem Farid-Bang-Video eine Zielgruppe erreichen, die für andere Vertreter der Stadt nicht zugänglich sei. Konkret gehe es um junge Menschen, die nachts in der Altstadt am beliebten Rheinufer die Corona-Regeln nicht einhielten, Anweisungen der Ordnungsdienste nicht befolgten, in Poser-Szenen die Automotoren aufheulen ließen und sogar ihre Notdurft auf der Straße verrichteten.

          „Da herrschen Zustände, die wir in Düsseldorf nicht haben wollen“, sagte Geisel. Überwiegend prägten dieses Bild junge Männer und unter ihnen vor allem Männer mit Migrationshintergrund, sagte Geisel. Es bestehe die Gefahr, dass sich eine Parallelgesellschaft entwickele.

          In dem Video wirbt Farid Bang für Respekt vor dem Ordnungsdienst. „Benehmt Euch, hört auf, Unfug zu machen“, sagt der 34-Jährige darin.

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