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Düsseldorf : Richter sieht Rauchen in Mietwohnung kritisch

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Bild: dpa

Ein Düsseldorfer Richter hat die fristlose Kündigung der Mietwohnung eines starken Rauchers als gerechtfertigt eingestuft. Gerät damit ein rechtlich geschütztes Rückzugsgebiet ins Wanken?

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          Ein Düsseldorfer Richter hat die fristlose Kündigung der Mietwohnung eines starken Rauchers als gerechtfertigt eingestuft. Eine Klage dagegen habe kaum Chancen auf Erfolg, befand der Richter des Amtsgerichts und lehnte Prozesskostenhilfe für den Raucher ab.

          Dem 74 Jahre alten Raucher war das Mietverhältnis nach 40 Jahren gekündigt worden. Die Vermieterin begründete dies mit der nicht hinnehmbaren Geruchsbelästigung für die anderen Hausbewohner. Sie hatte den langjährigen Mieter mehrfach abgemahnt und aufgefordert, in der Wohnung weniger zu rauchen.

          Gerichtssprecher: Keine allgemeinen Schlüsse ziehen

          Die Kündigung hält der Amtsrichter angesichts „der veränderten Beurteilung der Gefahren des Passivrauchens“ für berechtigt, teilte ein Gerichtssprecher mit. Die schutzwürdigen Interessen Dritter seien höher zu bewerten als die Gewohnheitsrechte des rauchenden Mieters. Der Gerichtssprecher hob hervor, es handele sich um einen  Einzelfall, aus dem „keine allgemeinen Schlüsse“ gezogen werden  könnten - etwa auf eine mögliche grundsätzliche Unzulässigkeit des  Rauchens in den eigenen vier Wänden. Unstrittig ist demnach  zwischen Kläger und Beklagtem, dass von der Wohnung des fristlos  gekündigten Mannes tatsächlich ein für die Nachbarn nicht  zumutbarer Geruch ausgeht.

          Am 24. Juli soll der Fall vor dem Amtsgericht Düsseldorf verhandelt werden (Az: 24 C 1355/13).

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