https://www.faz.net/-gum-afv7l

Keine Anzeichen für Straftat : Polizei geht nach Stromausfall in Dresden von Unfall durch Ballon aus

  • Aktualisiert am

Thomas Geithner, Polizeisprecher, spricht auf der Pressekonferenz in Dresden Bild: dpa

Nachdem am Montag rund 300.000 Wohnungen in Dresden ohne Strom waren, ermittelte die Polizei. Nach derzeitigem Stand gehen die Ermittler aber von einem Unfall aus.

          1 Min.

          Nach dem großen Stromausfall in Dresden geht die Polizei von einem Unfall mit einem normalen Ballon aus. Der Stromausfall vom Montag sei durch einen handelsüblichen Ballon ausgelöst worden, der etwa bei Hochzeiten oder Kindergeburtstagen genutzt werde, sagte Polizeisprecher Thomas Geithner am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Netzbetreiber SachsenEnergie.

          Der Ballon sei nicht präpariert gewesen, und es gebe kein Bekennerschreiben, sagte Geithner. Hundertprozentig ausschließen könne man einen Vorsatz zwar nicht, aber nach derzeitigem Stand gehe die Polizei von einem Zufall aus.

          Am Montagnachmittag hatten etwa 300.000 Haushalte in Dresden und Umgebung zeitweise keinen Strom. Betroffen waren auch Firmen und der Straßenbahnverkehr. Bei der Suche nach der Störungsursache fand die Polizei verschmorte Reste eines Ballons. Zunächst war unklar, ob der metallbeschichtete Ballon, der den Stromausfall vermutlich verursachte, gezielt gesteuert oder zufällig an die neuralgische Stelle des Einspeise-Umspannwerks Dresden Süd gelangt war.

          Die Polizei hatte nach dem Eingang der ersten Notrufe zunächst einen Führungsstab gebildet, wie der Sprecher sagte. Wegen der anstehenden Bundestagswahl, des laufenden Prozesses gegen mutmaßliche Linksextremisten und mehrerer Versammlungen in der Stadt habe überlegt werden müssen, ob vom schlimmsten Fall auszugehen sei.

          Metallbeschichtete Ballons – wie es sie auch etwa bei Volksfesten oder Jahrmärkten gibt – hatten bereits in der Vergangenheit für Schaden gesorgt. Im September 2017 war ein Ballon in die Oberleitung des Stuttgarter Hauptbahnhofes geraten und hatte einen Kurzschluss ausgelöst. Dadurch wurde der S-Bahn-Verkehr gestört. 2015 war am Frankfurter S-Bahnhof Hauptwache ein Heliumballon in die Oberleitung geflogen und hatte ebenfalls einen Kurzschluss mit Explosion ausgelöst. Der S- und U-Bahn-Verkehr musste vorübergehend komplett eingestellt werden.

          Weitere Themen

          Angreifer tötet Menschen in Perm Video-Seite öffnen

          Russland : Angreifer tötet Menschen in Perm

          In Russland hat es bei Schüssen an einer Universität im sibirischen Perm mehrere Tote gegeben. Es handele sich bei dem Schützen um einen Studenten.

          Topmeldungen

          Der Zug ist abgefahren: Verkehrsminister Scheuer konnte sich nicht für eine weitere Amtszeit empfehlen.

          Verkehrspolitik : Scheuer aufs Abstellgleis

          Verkehrsminister Andreas Scheuer hat vieles vergeigt – und manches bewegt. Fest steht: In der nächsten Legislaturperiode muss sich einiges ändern. Es braucht einen Neustart in der Verkehrspolitik.
          Justizministerin Lambrecht auf der Terrasse des Reichstagsgebäudes

          Christine Lambrecht : Die Justizministerin in ihrer eigenen Welt

          Bleibt sie etwa doch? Im Bundesjustizministerium wären viele erschrocken, wenn ihnen die Ressortchefin von der SPD erhalten bliebe. Beamte haben oft den Eindruck, ihr Rat werde ignoriert.
          Kandidatenduell 1994: Wahlplakate mit Kanzler Kohl und SPD-Herausforderer Rudolf Scharping

          Bundestagswahlen seit 1949 : 1994: Als Rudolf Scharping baden ging

          19 Wahlen, 19 Geschichten. Heute: Die SPD lässt erstmals ihre Mitglieder den Kanzlerkandidaten bestimmen. Rudolf Scharping macht das Rennen – und bremst sich in der Bundestagswahl 1994 selbst aus. Teil 13 unserer Wahlserie.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.