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„Du fängst Dir ’ne Kugel!“ : Bedrängter Polizist in Dresden droht Demonstranten mit Schusswaffe

  • Aktualisiert am

Das Logo der Polizei Sachsen auf einer Uniform Bild: dpa

Laut der Polizei Sachsen hatte sich der Beamte von seiner Einheit gelöst, um einen von Demonstranten geworfenen Nebeltopf als Beweismittel zu sichern.

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          Das Verhalten eines Polizei-Einsatzleiters bei einer Demonstration mit rund 250 Teilnehmern am Sonntag in Dresden wird nach öffentlicher Kritik untersucht. In einem über Twitter verbreiteten Video ist von ihm der Satz „Schubs mich und du fängst Dir ’ne Kugel“ zu hören. Dabei legt er die Hand über seine Dienstwaffe, um vorsorglich deren Wegnahme zu verhindern, wie die Polizeidirektion am Abend mitteilte.

          „Der Satz ist so gefallen“, bestätigte Polizeipräsident Jörg Kubiessa. „Der Kollege hat es eingeräumt und sich dafür entschuldigt.“ Der Vorfall soll untersucht werden – unter Einbeziehung der Umstände. Laut Kubiessa herrschte „eine hektische, unübersichtliche Situation“. Anlass für disziplinarrechtliche Schritte, wie in Kommentaren im Netz gefordert, sah Kubiessa jedoch nicht. „Dennoch ist es unterm Strich für mich unstrittig, dass so ein Satz nicht fallen darf.“

          Laut Polizei war ein Nebeltopf aus der Versammlung heraus geworfen worden. Als der Einsatzleiter diesen als Beweismittel sichern wollte, sei er von 25 bis 30 vermummten Teilnehmern bedrängt worden. „Der Beamte verspürte dabei einen Stoß in Brusthöhe“, hieß es. Das Sichern der Dienstwaffe in so einer Lage sei „richtig und absolut angemessen“, erklärte Kubiessa.

          Das alleinige Handeln des Beamten widerspreche jedoch den Grundsätzen der Eigensicherung. Laut der Mitteilung hat der Beamte glaubhaft versichert, „dass die Anwendung der Schusswaffe oder auch nur deren Androhung nie eine Handlungsoption für ihn war“.

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