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Lotto-Jackpot : Der Powerball überrollt drei Glückspilze

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Da jubelt die Annahmestelle: Losverkäufer M. Faroqui in Chino Hills feiert mit Kunden. Von dem Milliardengewinn kriegt er wohl ein Milliönchen ab. Bild: AP

Der größte Jackpot aller Zeiten in Amerika ist geknackt. Und die Gewinner sind um fast eine halbe Milliarde Dollar reicher. Wer Steuern sparen will, darf die aber nicht direkt einfordern.

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          Die Nachricht über den ersten Gewinner des größten amerikanischen Lotto-Jackpots aller Zeiten kam aus Kalifornien. „Ein Jackpot-Tippschein wurde in Chino Hills verkauft. Wir warten noch auf Ergebnisse aus anderen Bundesstaaten“, twitterte die California Lottery am Mittwoch kurz nach 20 Uhr. Zuvor hatten Millionen Amerikaner vor dem Fernseher verfolgt, wie die roten Kugeln mit den Zahlen 4, 8, 19, 27, 34 samt Zusatzzahl 10, dem Powerball, aus der Trommel rollten.

          Als die staatliche Lottogesellschaft wenig später zwei weitere Gewinner des 1,6-Milliarden-Jackpots in den Bundesstaaten Florida und Tennessee meldete, herrschte vor dem Spätverkauf 7-Eleven in Chino Hills schon Volksfeststimmung. Hunderte Bewohner der Stadt östlich von Los Angeles tanzten auf dem Parkplatz des Geschäfts, das einen der drei Tippscheine verkauft hatte.

          „Ich bin sehr stolz, dass das Los von hier kommt“, sagte der Verkäufer M. Faroqui, während er hinter dem Tresen neben strahlenden Kunden für Selfies und Fernsehaufnahmen posierte. Faroquis Chef Balbir Atwal freute sich derweil über die Aussicht auf eine Provision. Die Lottogesellschaft hatte einige Tage vor der Ziehung am Mittwoch angekündigt, jedem Geschäftsinhaber in Kalifornien für einen Jackpot-Tippschein eine Million Dollar zu überweisen. „Ich weiß nicht, wie viel davon übrig bleibt“, sagte Atwal, „aber ich werde damit auch Angestellte, Familie und die Stadt unterstützen.“ Anwohner brachen unterdessen immer wieder in „Chino Hills“-Rufe aus.

          Chance von 1 zu 292 Millionen

          Schon in den Tagen vor der Ziehung hatten sich vor Atwals Spätverkauf und den übrigen Lottoannahmestellen in den Vereinigten Staaten lange Schlangen gebildet. Da der Powerball-Jackpot auch bei der 20. Ziehung am Samstag nicht geknackt wurde, erwartete die Lottospieler ein Gewinn von mehr als 1,5 Milliarden Dollar. Die winzige Chance von 1 zu 292 Millionen, mit sechs richtigen Zahlen tatsächlich ein Vermögen zu gewinnen, schreckte die amerikanischen Spieler nicht ab.

          „Dabei sein zu wollen gehört zu den uralten Triebfedern für Verhalten. Wir wollen Teil einer Bewegung sein und nicht außen vor bleiben“: So beschrieben die Verhaltensforscher Stephen Goldbart und Joan DiFuria das Phänomen der herdenartigen Lottoschein-Käufe schon vor einigen Jahren unter der Überschrift „Lottery-itis“ in der Zeitschrift „Psychology Today“. Weil seit Anfang November kein Spieler den Jackpot hatte knacken können, waren die Schlangen vor den Annahmestellen von Woche zu Woche länger geworden.

          Weil Powerball nur in 44 Bundesstaaten angeboten wird, hatten Tausende Menschen aus Bundesstaaten wie Nevada und Utah, wo keine Tickets für diese Lotterie verkauft werden, in Nachbarstaaten Tippscheine gekauft. Allein am Dienstag wurden Tippscheine für mehr als 100 Millionen Dollar aus amerikanischen Lottomaschinen gezogen. Obwohl die Namen der Gewinner aus Chino Hills, Munford in Tennessee und Melbourne Beach in Florida nach der Ziehung nicht bekanntgegeben wurden, stellte die California Lottery erste Berechnungen über ihr künftiges Vermögen an.

          528,8 Millionen Dollar je Ticket

          Auf jedes der drei Jackpot-Tickets, so teilte der Sprecher mit, entfielen 528,8 Millionen Dollar. Falls sich die unbekannten Spieler den Gewinn durch eine einmalige Zahlung überweisen ließen, schrumpfe der Betrag auf etwa 310 Millionen Dollar. Nach dem Abzug von Bundessteuern blieben ihnen jeweils 187 Millionen Dollar.

          Das Angebot der Lottogesellschaft Powerball, mit jährlichen Zahlungen über die kommenden 30 Jahre Steuern zu sparen, schlagen amerikanische Gewinner meist aus. Seit der ersten Powerball-Ziehung vor fast 25 Jahren ließ sich nur eine Handvoll Spieler jedes Jahr eine vereinbarte Summe überweisen.

          Auch die Lehrerin Gloria MacKenzie, die vor zweieinhalb Jahren in Florida den bis zum Mittwoch größten Powerball-Jackpot knackte, hatte sich für die einmalige Pauschale entschieden. Dass ihr von den 590 Millionen Dollar nach Abzug aller Steuern nur knapp 278 Millionen blieben, störte sie nicht. MacKenzie bereitete sich damals auf ihren 85.Geburtstag vor.

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