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Drama am K2 : Kaltenbrunner-Begleiter stürzt in den Tod

  • -Aktualisiert am

Die österreichische Extrembergsteigerin Gerlinde Kaltenbrunner am K2 Bild: dpa

Der K2 fehlt Extrembergsteigerin Gerlinde Kaltenbrunner noch, dann stand sie auf allen 14 Achttausendergipfeln. Ihren Aufstiegsversuch musste sie nun abermals abbrechen: Einer ihrer Begleiter stürzte in den Tod.

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          Er ist mit 8611 Metern zwar nur der zweithöchste, aber der wohl anspruchsvollste Berg unter den 14 Achttausendern. Am K 2, auch Lambha Pahar genannt, an der Grenze zwischen Pakistan und China gelegen, sind schon viele gescheitert - und viele ums Leben gekommen. Im vergangenen Jahr gab es keinen einzelnen Gipfelsieg. Die österreichische Alpinistin Gerlinde Kaltenbrunner, die alle anderen Achttausender erfolgreich bestiegen hat, versucht sich am K 2 nun schon zum vierten Mal - und wieder ist sie gescheitert.

          Am Freitag brach Kaltenbrunner den sechsten Aufstiegversuch ab, weil ihr schwedischer Kollege Fredrik Ericsson abgestürzt war. Das bestätigte der Leiter der Wetterdienststelle Tirol, Karl Gabl, der Kaltenbrunner bei Expeditionen regelmäßig über die Wetterbedingungen informiert. Auch Ericsson wollte einen Rekord erreichen - und von den drei höchsten Bergen der Welt mit den Skiern abfahren, dem Mount Everest, dem Kangchendzönga und dem K 2. Laut seiner Website brach die Gruppe Donnerstag früh zu einem Gipfelversuch auf, über die esen-Route. Ralf Dujmovits, der deutsche Ehemann der 39 Jahre alten Kaltenbrunner, war auch dabei. Aber er blieb schon am Donnerstag im dritten Basislager zurück, wegen Steinschlags. Auch der österreichische Skyrunner Christian Stangl war am Donnerstag am K 2 unterwegs, unter anderem mit seinem deutschen Kletterpartner Ivo Meier. Sie wollten über die Abruzzi-Route hoch - und Kaltenbrunner und ihre Gruppe am Donnerstagabend auf der Schulter treffen.

          Nur der Schwede schloss sich Kaltenbrunner an - alle anderen blieben zurück

          Doch schon am Donnerstag musste die Gruppe Stangls den Aufstieg unterbrechen: „Die Sicht war schlecht, es gab Lawinen und viel Schnee“, sagt sein Sprecher, Willi Pichler. Stangl habe erzählt, es sei sehr warm in diesem Jahr, minus 17 Grad. Kaltenbrunner, Ericsson, zwei Amerikaner und drei Polen erreichten das vierte Lager auf 8000 Metern am Donnerstagabend. Nur der Schwede schloss sich Kaltenbrunner am Freitag auf dem Weg zum Gipfel an, alle anderen blieben wegen schlechter Sicht zurück. Beim Aufstieg von der Schulter kam es zu dem Unglück, bei dem Ericsson über 1000 Meter in die Tiefe gestürzt sein soll. Stangl berichtet von Schneefällen in der Nacht zum Freitag. Er hat seine Expedition inzwischen abgebrochen und am Freitagabend das Basislager erreicht. Auf seiner Homepage ließ er mitteilen: „Es war und ist saugefährlich am Berg.“

          Gerlinde Kaltenbrunner war am Freitag mit mehreren Begleitern auch auf dem Rückweg in Richtung Basislager. Die Österreicherin, die bereits am 28. Juli zusammen mit ihrem Mann den Aufstieg versucht und abgebrochen hatte, wäre die dritte Frau, die alle 14. Achttausender der Welt bestiegen hätte. Erst im April dieses Jahres gelang dies der ersten Frau überhaupt: der Südkoreanerin Oh Eun Sun; im Mai folgte die Spanierin Edurne Pasaban. Reinhold Messner, der den K 2 bereits 1979 bestiegen hatte, sagte damals: „Am Mount Everest fühlst du dich wie im Mutterschoß geborgen. Am K 2 bist du immer auf der Kante.“

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