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Dominique Strauss-Kahn : Ehepaar wehrt sich gegen Berichte zu Callgirl-Affäre

  • Aktualisiert am

Washington: Dominique Strauss-Kahn und seine Frau Anne Sinclair vor ihrem Anwesen in Georgetown Bild: AFP

Pikante Details in der Callgirl-Affäre machen Strauss-Kahn zu schaffen. Zusammen mit seiner Frau hat er juristische Schritte wegen Verletzung Privatsphäre angekündigt.

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          In der Callgirl-Affäre in Frankreich wehren sich der frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn und seine Frau gegen Berichte über ihr Privatleben. Das Ehepaar kündigte über seine Anwälte in Paris an, dass es „juristische Schritte“ wegen der Verletzung der Privatsphäre und des Ermittlungsgeheimnisses einleiten
          werde. Strauss-Kahn soll Berichten zufolge an von Unternehmern bezahlten Sex-Partys teilgenommen haben.

          Mehrere französische Zeitungen hatten berichtet, dass es nach den jüngsten Enthüllungen in der Callgirl-Affäre nun in der Ehe der Strauss-Kahns krisele. In einer Erklärung an die Nachrichtenagentur AFP prangerten die Anwälte des Ehepaars einen „höchst verabscheuungswürdigen Voyeurismus“ an. Sie sprachen von einem „beunruhigenden Abgeleiten“ im Hinblick auf die grundlegendstePersönlichkeitsrechte. Unter Berufung auf anonyme Dritte werde über das Privatleben des Ehepaars „fantasiert“.

          Loyalität der Ehefrau

          Strauss-Kahns Ehefrau Anne Sinclair, eine bekannte Journalistin, hatte ihren Mann in den vergangenen Monaten auch während der Vergewaltigungsvorwürfe gegen den 62-Jährigen stets unterstützt.  Der frühere Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) war im Mai in New York festgenommen worden, nachdem ihm ein Zimmermädchen in einem Hotel Vergewaltigung vorgeworfen hatte. Später wurde das Strafverfahren eingestellt, weil es Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Zeugin gab. Ein weiteres Verfahren in Frankreich wurde wegen Verjährung eingestellt, die
          Staatsanwaltschaft ging aber von einer „sexuellen Aggression“ aus.

          Die Anwälte des Zimmermädchens Nafissatou Diallo sehen in Strauss-Kahns Verwicklung in die Callgirl-Affäre eine Bestätigung. Die Affäre bestärke den Verdacht, dass Strauss-Kahn „die Frauen wirklich als Objekte betrachtet“, sagte der Anwalt Douglas Wigdor der Zeitung „Le Parisien“ vom Montag. Seine Kanzlei sei in Kontakt mit anderen Frauen, die ebenfalls Sex mit „DSK“ gehabt hätten. Diese „stichhaltigen Beweise“ würden auch in den Zivilprozess gegen den früheren Hoffnungsträger der französischen Sozialisten eingebracht.

          Angebliche Sex-Partys in Washington und Paris

          In der Callgirl-Affäre geht es um durch Unternehmer finanzierte Sex-Partys; Strauss-Kahn soll an solchen Partys mit Prostituierten in Paris sowie an seinem früheren Amtssitz in Washington teilgenommen haben. Organisiert haben soll die Partys der Unternehmer Fabrice Paszkowski.

          Am Donnerstag berichtete die Zeitung „Libération“ von pikanten SMS, die „DSK“ an Paszkowski verschickt haben soll. So soll er im Mai 2009 geschrieben haben: „Ich nehme eine Kleine mit in die Nachtclubs von Wien am Donnerstag, 14. Mai. Willst Du mit einem Fräulein kommen?“ Später wollte Strauss-Kahn von Paszkowski in einer SMS wissen, ob er die „Suite mit Schwimmbad“ reserviert habe. Strauss-Kahn sprach nach der Veröffentlichung der SMS von einer „medialen Lynchjustiz“ und forderte erneut seine rasche Vernehmung.

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