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Dieter Müller : Der Hedonist in der Küche

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Einer der bekanntesten Vertreter der deutschen Spitzenküche: Dieter Müller Bild: Dieter Müller

Stilistisch dominiert bei Dieter Müller ein milder, manchmal fast süßlicher Geschmack. Er spielt ununterbrochen mit neuen Ideen aus aller Welt, die er in detailreichen und optisch ausgefeilten Kreationen verwirklicht.

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          Dieter Müller ("Restaurant Dieter Müller" im Schloßhotel Lerbach, Bergisch Gladbach) ist der Hedonist unter den deutschen Spitzenköchen, besser gesagt: Er ist es geworden. Der 56 Jahre alte Sohn einer Gastwirtsfamilie hat eine große Entwicklung hinter sich, seit er 1973 in einem der einflußreichsten deutschen Restaurants, den "Schweizer Stuben" in Wertheim, seinen Aufstieg begann.

          Schon dort hoch dekoriert (unter anderem 1988 mit der damals noch vergebenen Höchstnote von 19,5 Punkten im Gault Millau), änderte sich seit seinem Beginn im Schloßhotel Lerbach 1992 sein Stil von einer immer etwas dem Mainstream nahen Küche zum unverkennbaren Personalstil von heute. 1998 bekam er, nach zwei Sternen in Wertheim, seinen dritten Stern.

          Ein milder, manchmal fast süßlicher Geschmack

          Müller, von freundlicher Art, öffnet sich erfolgreich gegenüber den Medien und zählt - auch ohne Kochshows - zu den bekanntesten Vertretern der Spitzenküche in Deutschland. Stilistisch dominiert ein milder, manchmal fast süßlicher Geschmack, der nicht zuletzt von der hier noch regelmäßig zu findenden Verwendung von Sahne herrührt.

          Sein "Cappuccino von Curry und Zitronengras mit Garnelenspieß" wurde zu einem Klassiker, nur noch übertroffen von einem als genial zu bezeichnenden kulinarisch-gastronomischen Coup: dem berühmt gewordenen Amuse-bouche-Menü, bei dem der Gast in vier Gängen 18 bis 19 kleine Versionen von Gerichten aus der Karte bekommt.

          Detailreiche, optisch ausgefeilte Kreationen

          Vor lauter Wohlgeschmack bleibt unbemerkt, daß Müller ununterbrochen mit neuen Ideen aus aller Welt spielt, die er in detailreichen und auch optisch ausgefeilten Kreationen verwirklicht.

          Das Spektrum reicht von Makrelenvariationen über eine umgedeutete Version des Königsberger Klopses bis zu "Jakobsmuscheln in Kürbiskernkruste mit Piniensauce und Rahmpolenta", von einer perfekt ausgewogenen "Crème brûlée von der Gänsestopfleber" bis hin zu mehrheitsfähigen Zubereitungen von Kutteln oder Hahnenkämmen und der besten Entenconsommé der Welt - China eingeschlossen.

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