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Deutsche und ihre Bücher : „Es wird Bestseller über die SPD geben“

Lesen als Gemeinschaftserlebnis: Bestseller können uns das bieten. Nur sehr selten freilich ist der Hype so groß wie einst beim Erscheinen der Harry-Potter-Bände. Bild: Vario images

Welche Bücher haben wir Deutschen zu Verkaufsschlagern gemacht – und was sagen sie über uns aus? Der Literaturkritiker Jörg Magenau hat nachgeforscht. Ein Interview.

          7 Min.

          Herr Magenau, Sie haben ein Buch über Bücher geschrieben, die in Deutschland zu Bestsellern wurden. Wie viele Bestseller haben Sie denn dafür zumindest teilweise gelesen?

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Als ich die Literaturliste gemacht habe, standen dort am Ende siebzig, achtzig Titel. Gelesen habe ich davon bestimmt vierzig, fünfzig.

          Und haben Sie dabei irgendetwas entdeckt, von dem Sie als hauptberuflicher Literaturkritiker gesagt haben: Da hatte ich echt was verpasst?

          Auf Bestseller hatte ich – wie sehr viele, gerade auch professionelle Leser – ein bisschen arrogant heruntergeguckt und vorzugsweise das gelesen, was nicht auf der Beststellerliste stand: Ich dachte, das kann ja eh nur Schrott sein. Insofern war ich überrascht, wie viele interessante Dinge man da doch findet, sowohl in der Literatur- als auch in der Sachbuch-Bestsellerliste. Zum ersten Mal gelesen habe ich, was außer mir vielleicht schon alle gelesen hatten, Hape Kerkelings „Ich bin dann mal weg“ oder „Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?“ von Richard David Precht. Das sind Bücher, über die man viel sagen kann, die sicher auch ihre Mängel haben, aber auch sehr anregend sind.

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