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Souvenirgeschäft brummt : Ihre Majestät lächelt aus dem Schaufenster

  • -Aktualisiert am

Was es nicht alles gibt: Importware aus Großbritannien in einem Geschäft in Frankfurt-Bornheim Bild: Wonge Bergmann

Frankfurt ist im königlichen Fieber: Winke-Queens aus Plastik, Bücher, Poster und britische Flaggen laufen gut in den Geschäften.

          Als Männerschwarm war Queen Elizabeth II. bisher nicht bekannt, aber vielleicht werden die Biographen diesen Aspekt bald ergänzen müssen. Für den Fall, dass sich die Hofschreiber der Monarchin auf die Suche nach schwärmenden Männern begeben werden, sollten sie es einmal in Frankfurt probieren, genauer: bei den Kunden des Geschäfts für Reisebedarf Gate05.

          Dort am Merianplatz sind seit einigen Wochen Winke-Queens zu erstehen, und glaubt man der Verkäuferin, dann sind es vor allem ältere Herren aus der Region, die sich für 22,99 Euro eine Plastik-Elizabeth auf den Fenstersims oder den Nachttisch stellen. 43 Miniaturköniginnen sind schon verkauft worden, und auch die Union-Jack-Fähnchen und aufblasbaren Krönchen liefen gut, berichtet die Verkäuferin.

          Britischer Buchladen in Bornheim

          Auf den Deutschlandbesuch der Monarchin hat sich auch der British Bookshop an der Berger Straße eingestellt. Von den Buchcovern in der Auslage blicken einem junge und alte, bekrönte und behütete Elizabeths entgegen. Inhaberin Liz Brodersen führt den Buchladen seit 37 Jahren. Eröffnet wurde das Geschäft aber schon 1956, vier Jahre nach der Krönung Elizabeths II. Am Anfang waren es noch britische Soldaten und ihre Familien, die bei Brodersen und ihrer Vorgängerin einkauften.

          Spezielles Angebot: Wimpel, Flaggen, aufblasbare Kronen - das Geschäft Gate05 hat einfach alles.

          Inzwischen stammen die Kunden immer seltener aus Großbritannien, Australien oder den Vereinigten Staaten. Stattdessen stöbern in den Bücherregalen Banker und Anwälte aus aller Welt, die in ihrem Beruf gut Englisch sprechen müssen. Deutsche Eltern kaufen ihren Kindern Winnie Puuh und die Twilight-Saga in der Originalsprache.

          Obwohl es für Buchläden zurzeit nicht einfach sei, habe sie noch immer genügend Kunden mit Interesse an englischer Literatur, sagt Brodersen. Die gebürtige Waliserin ist Queen-Fan, dennoch wird sie am Donnerstag nicht versuchen, einen Blick auf die Monarchin zu erhaschen. Brodersen wird wie gewöhnlich in ihrem Bookshop arbeiten; gesehen hat sie das Staatsoberhaupt ohnehin schon einmal.

          Viel weiß Brodersen nicht mehr davon, so lange ist es schon her, nur noch, dass es in der schottischen Hauptstadt Edinburgh war. Sie freue sich jedenfalls, dass die Queen komme, sagt Liz Brodersen, schließlich teilten die Monarchin und sie nicht nur den Vornamen, sondern auch die Mission: im Ausland für die britische Kultur die Fahne hoch zu halten.

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