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Die Kuppel : Blick frei auf ein Symbol

Die Kuppel der Frauenkirche ist endlich zu sehen Bild: dpa/dpaweb

Der Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche war von Beginn an eine gigantische Herausforderung, ist aber auch eine überaus geschickte Inszenierung. Jüngste Etappe: Die steinerne Kuppel wurde enthüllt.

          Der Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche möglichst getreu den Plänen des Ratszimmermeisters George Bähr ist zugleich eine überaus geschickte Inszenierung. Wichtige Etappen des Baus machte die Stiftung Frauenkirche stets zu besonderen Ereignissen: das Auffinden des Hochaltars im Jahr 1993, die Fertigstellung des Kellergewölbes 1996, das unter dem Namen "Unterkirche" bekannt ist, den Einbau eines 95 Tonnen schweren Fragments an seinen ursprünglichen Ort am Treppenturm G im Jahr 2001 und schließlich Ankunft und Weihe der neugegossenen Glocken Anfang Mai dieses Jahres.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Eine der wichtigsten Etappen des ganzen Vorhabens legten die Bauleute schon Ende Juni weitgehend im Verborgenen zurück, denn die steinerne Glocke mußte bis zur Vollendung eingerüstet bleiben. Auch das Richtfest am 1. Juli fand in kleinem Kreis statt. Die bautechnischen Zwänge wirkten freilich wie die spektakulärste aller bisherigen Inszenierungen: Über Wochen hinweg hatten die Bauarbeiter damit zu tun, das Gerüst zu demontieren. Noch im vergangenen Jahr war die Kirche rundherum eingekleidet mit einem Gerüst. Wie bei einem überdimensionalen Adventskalender war von Tag zu Tag mehr zu sehen von der Frauenkirche.

          Gerüst für die Laterne bleibbt

          Als das Gotteshaus im vergangenen Jahr noch komplett verhüllt war, hatte das Gerüst zwölf je zwei Meter hohe Etagen und wog insgesamt 950 Tonnen. Eine besondere Herausforderung war für die Gerüstbauer das Umkleiden der Kuppel, denn trotz der starken Wölbung mußte das Gerüst als Zwischenlager für Sandstein und Mörtel hohe Gewichtsbelastungen aushalten können. Zu Beginn dieser Woche verzögerte sich an der Westseite des Bauwerks der Abbau der letzten Stangen und Bretter aus technischen Gründen. Doch nun, mehr als 58 Jahre nach ihrer Zerstörung, dominiert die mächtige Sandsteinkuppel wieder das Dresdner Stadtbild. Damit ist auch wieder weithin sichtbar, warum Dresden "Elb-Florenz" genannt wird. Allerdings wird in den kommenden Monaten auf dem oberen Kuppelabschluß in 61,5 Meter Höhe ein Gerüst für den Bau der sogenannten Laterne stehen.

          Für Monate bleibt das Gerüst für die sogenannte Laterne bestehen. Im Juni 2004 soll das hölzerne Laternendach samt Kreuz aufgesetzt werden

          Der archäologische Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche war von Beginn an eine gigantische Herausforderung: Alte Zeichnungen, Unterlagen späterer Reparaturen, Fotos und die aus dem Trümmerkegel geborgenen Steine wurden mit dem Ziel ausgewertet, die Kirche in traditioneller Bauweise als gemauerten Sandsteinbau zu rekonstruieren. Bähr hatte 1734 erstmals seine Idee kundgetan, eine Kuppel aus Stein zu errichten, und stieß damit zunächst auf erhebliche Bedenken. Der Ratszimmermeister konnte sich aber durchsetzen, weil eine Kuppelkonstruktion mit Kupfer teurer geworden wäre als mit dem nicht weit entfernt gewonnenen Sandstein.

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