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Die künftige „First Lady“ : Wilde Ehe in Bellevue?

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„Schnelle Heirat ist ausgeschlossen, spätere nicht unbedingt“: Joachim Gauck mit seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt Bild: dpa

Mit Joachim Gauck bekäme das Land wohl auch eine neue „First Lady“: die Journalistin Daniela Schadt. Seit zwölf Jahren sind die beiden ein Paar. Von seiner früheren Ehefrau hat sich Gauck bis heute nicht scheiden lassen.

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          Während beim Amtsantritt von Christian Wulff die „Patchworkfamilie“, mit der er ins Schloss Bellevue einzog, als Ausdruck moderner Lebensführung galt, gibt es auch bei Joachim Gauck eine Besonderheit: „First Lady“ wird nicht seine Ehefrau, von der er seit 1991 getrennt lebt, sondern seine Lebensgefährtin Daniela Schadt. Seit dem Jahr 2000 sind der 72 Jahre alte Gauck und die 20 Jahre jüngere Innenpolitikchefin der „Nürnberger Zeitung“ ein Paar. Sie lebt in Nürnberg, er in Berlin – die beiden führen eine Fernbeziehung. Mit seiner Ehefrau hat Gauck vier erwachsene Kinder, er ist bereits Urgroßvater. Daniela Schadt, die seit 26 Jahren bei der „Nürnberger Zeitung“ arbeitet, ist unverheiratet und kinderlos.

          Am Sonntag rief Frau Schadt aus dem Zug von Wien nach Nürnberg in der Redaktion an, weil sie umständehalber für Montag einen freien Tag erbitten wollte. Ihr Chefredakteur Raimund Kirch weiß noch nicht, wie es nun weitergeht: „Wir sind stolz auf sie, aber wir bedauern zutiefst, wenn wir künftig auf sie verzichten müssten.“ Als Gauck vor zwei Jahren das erste Mal für das Amt des Bundespräsidenten kandidierte, war klar, dass sie ihm nach Berlin folgen würde. Sie gab damals Interviews, ging mit ihm für eine Illustrierte auf einem Berliner Wochenmarkt Spargel kaufen und lobte Gaucks Kochkünste. Dieses Mal ist Frau Schadts Zukunftsplanung zumindest für ihre Kollegen noch geheim. Auch Joachim Gauck hat sich dazu noch nicht geäußert. Vor zwei Jahren hatte er zu einer möglichen Ehe mit Schadt gesagt: „Schnelle Heirat ist ausgeschlossen, spätere nicht unbedingt.“

          Über den Fall Wulff schrieb die Politik-Journalistin nicht

          In der Redaktion hat sich die Journalistin aus der Berichterstattung und Kommentierung der Vorwürfe gegen Christian Wulff herausgehalten – wie sie auch zuvor zum Themenkomplex Stasi-Unterlagenbehörde geschwiegen hat. Stattdessen habe sie sich akribisch in die Russland-Berichterstattung eingearbeitet, wie ihr Chefredakteur lobt. Für die „Nürnberger Zeitung“, mit einer Auflage von etwa 30.000 Exemplaren die bürgerlich-konservative kleine Schwester der „Nürnberger Nachrichten“, arbeiten etwa 60 Redakteure. Frau Schadt, die aus Hanau stammt und in Frankfurt Germanistik und Politikwissenschaft studiert hat, wird als humorvoll und meinungsfreudig beschrieben. Sie fährt häufig mit der Bahn und selbst bei Regen mit dem Rad.

          Im Grundgesetz finden sich keine Bestimmungen über die „First Lady“. Doch seit Christiane Herzog haben die Gattinnen der Bundespräsidenten Büro und Mitarbeiter. Und alle Vorgängerinnen haben nicht nur repräsentative Aufgaben wahrgenommen, sondern durch karitatives Engagement auch eigene Akzente gesetzt – von Elly Heuss-Knapp als Gründerin des Müttergenesungswerks bis hin zu Eva Luise Köhler, die eine Selbsthilfeorganisation für Menschen mit chronischen seltenen Erkrankungen förderte. Ein Beispiel für eine Bundespräsidentengattin, die ihren Beruf beibehielt, gibt es allerdings auch schon: Mildred Scheel führte ihre Arztpraxis weiter, nachdem ihr Mann Walter Bundespräsident geworden war.

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