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Die Frau neben Kapitän Schettino : „Ja, ich hatte mit ihm eine sentimentale Geschichte“

Die Geliebte des Kapitäns: Domnica Cemortan Bild: AP

Kurz nach der Havarie der „Costa Concordia“ gab es Gerüchte, Kapitän Schettino sei zum Unglückszeitpunkt in Begleitung einer Frau auf der Brücke gewesen. Jetzt hat sich eine moldavische Tänzerin als seine Geliebte zu erkennen gegeben.

          „Wenn du die Geliebte von jemandem bist, dann fragen sie nicht nach dem Ticket.“ So beschrieb die Tänzerin Domnica Cermotan, die den letzten Abend vor dem Untergang der „Costa Concordia“ mit dem Kapitän Francesco Schettino verbracht hatte, am Dienstag vor Gericht ihren Status. Die Moldawierin gilt seit dem Untergang des Kreuzfahrtschiffes im Januar 2012 als geheimnisumwittert, weil sie auf Fotos mit Kapitän Schettino zu sehen war, aber auf keiner der offiziellen Passagierlisten auftauchte.

          Tobias Piller

          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.

          Bei ihrer Zeugenaussage vor dem Strafgericht in der toskanischen Provinzhauptstadt Grosseto zögerte Cermotan lange, bevor sie sich zu ihrem Verhältnis mit dem Kapitän bekannte. „Ja, ich hatte mit ihm eine sentimentale Geschichte, aber nach dem Untergang haben wir uns nicht wiedergesehen“, sagte sie nach hartnäckigen Fragen. Derweil gab Schettino im Gericht nervöse Zeichen und schüttelte den Kopf.

          Domnica Cermotan sagte, sie habe mit Schettino zu Abend gegessen. Er habe noch scherzhaft gesagt, die Offiziere müssten auf Anweisung des Kapitäns das Schiff verlangsamen, damit sie in Ruhe essen könne. Nach dem Essen habe sie den Kapitän auf die Brücke begleitet. Zur strafrechtlichen Beurteilung der Katastrophe konnte die Geliebte des Kapitäns aber wenig beisteuern.

          Am Montag hatte ein Praktikant in Offizierausbildung gesagt, Schettino habe kurz vor dem Unglück befohlen, die Geschwindigkeit von 15 auf 16 Knoten zu erhöhen. Zwei Mal habe der indonesische Steuermann ein Kommando nicht richtig ausgeführt. Der Kapitän habe aber nicht eingegriffen. Die Tänzerin, die eine Tochter hat, aber seit zwei Jahren keine Arbeit mehr, sagte am Dienstag nach ihrer Zeugenaussage vor Gericht: „Ich bin nun ein zweites Mal gestorben, weil ich Dinge sagen musste, die ich verborgen gehalten habe.“

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