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Europawahl bei Twitter : Freude, Häme und eine Entschuldigung

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Die Europawahl lockte Millionen Europäer nicht nur an die Urnen, sondern auch ins Netz. Im Blickpunkt standen Gewinner und Verlierer, die doppelte Stimmenabgabe von Giovanni die Lorenzo und der Rechtsruck in Europa.

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          Mehr als eine Million Tweets haben Twitternutzer zur Europawahl abgeschickt, die magische Millionenhürde wurde gegen 2 Uhr nachts genommen. Es gab Freude und Häme, Spott und Mitleid, Gewinner und Verlierer – wie das bei Wahlen eben so ist.

          Vor der Wahl hatte das Europäische Parlament versucht, mit einem Youtube-Video Erstwähler anzulocken. Das wurde sogar 2,3 Millionen Mal angesehen. Der dazugehörige Hashtag #myfirsttime, unter dem Erstwähler ihre Geschichte erzählen sollten, spielte allerdings keine nennenswerte Rolle.

          Opfer von Spott auf Twitter. Anhänger der CSU nach der Europawahl

          Von Gewinnern und Verlierern

          Die Parteien selbst nutzten Twitter natürlich als Jubel-Plattform, wurden aber von den anderen Nutzern bisweilen auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. AfD-Chef Bernd Lucke bezeichnete seine Partei als „neue Volkspartei“, blieb trotz guter Ergebnisse von Spott aber nicht verschont. Martin Sonneborn, Spitzenkandidat der Spaßpartei Die Partei rief sich selbst zum Wahlsieger aus und erntete dafür sogar ein kleines bisschen Zustimmung. Ein Nutzer merkte aber kritisch an, ob bei einer so geringen Wahlbeteiligung überhaupt von Wahlsiegern die Rede sein könne?

          Nicht für alle Verlierer gab es Häme

          Die Häme, welche die Verlierer einstecken mussten, standen nicht zwangsläufig in Relation zu den Verlusten, die sie einfuhren. Die CSU, die in Bayern rund acht Prozentpunkte verloren hatte, musste sich viel gefallen lassen, während auf der FDP nach ihrem desaströsen Ergebnis gar nicht so viel herum gehackt wurde. Offenbar haben die Liberalen nicht nur Wähler verloren, sondern auch jegliches Interesse der Twitternutzer.

          Neuwahlen dank Giovanni di Lorenzo?

          Sein Fett weg bekam Giovanni di Lorenzo. Der Zeit-Chefredakteur hatte als Talkshowgast von Günther Jauch zugegeben, zwei Mal gewählt zu haben. Schließlich habe er die deutsche und die italienische Staatsbürgerschaft. Das allerdings ist verboten, wie er sich schon während der Sendung sagen lassen musste. Bei Twitter gab es reichlich Spott, aber auch große Verärgerung.

          Eine Entschuldigung an die EU

          Eher Verbitterung drückte sich in vielen Tweets zum guten Abschneiden der europaskeptischen Parteien aus. Aus Frankreich kam wegen des guten Abschneidens des Front National,  der in seinem Land die meisten Stimme holte, sogar eine Entschuldigung an das „liebe Europa“, die unzählige Male von Nutzern aus ganz Europa retweetet wurde.

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