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Diamanten : Hoher Wert auf kleinstem Raum

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Edelsteinpräsident aus Idar-Oberstein: Jochen Müller Bild: dpa

Der Präsident der Edelsteinbörse Idar-Oberstein, Jochen Müller, glaubt nicht, dass die Diamantenräuber von Brüssel mit ihrer Beute glücklich werden. Die Diamanten seien nämlich schwer zu verkaufen, weil die Edelsteinbranche sehr klein sei.

          Herr Müller, wer hat die Diamanten geklaut?

          Jemand, der Insiderwissen hat, zum Beispiel wann welcher Transport wo vorbei kommt. Am Zoll, beim Flughafen oder wo auch immer muss irgendein Leck sein. Das ist wie bei den Überfällen auf Geldtransporter: Dort ist es die Sekretärin, der Disponent, der Fahrer oder wer auch immer, der gerade ein Problem hat und deshalb Geld machen will.

          Geld machen - wie geht denn das mit gestohlenen Diamanten, ohne gleich geschnappt zu werden?

          Die gestohlenen Diamanten selbst sind nicht identifizierbar, da sie nirgendwo einzeln registriert wurden. Trotzdem sind sie schwer zu verkaufen: Die Branche ist sehr klein, auch global gesehen. Man bekommt schnell mit, wenn Ware nicht die normalen Wege geht oder jemand mit ungewöhnlich großen Mengen handelt. Was jetzt geraubt wurde, könnte sich jemand, der langfristig arbeitet, erst mal weglegen und dann in kleinsten Portionen in den legalen Markt einschleusen. Allerdings würde das bei dieser Menge Diamanten Jahre dauern.

          Angenommen, die Täter sind dafür zu ungeduldig: Was wäre dann die Alternative?

          Dass sie über Möglichkeiten und Wege verfügen, die geraubte Rohware schleifen und dann verkaufen zu lassen. Aber weil die Branche eben so überschaubar ist, wäre auch das sehr schwierig. Und die Polizei wird darauf auch verstärkt achten.

          Gibt es eine Methode, um die gestohlenen Diamanten zu erkennen?

          Das ist ganz schwierig. Die sind ja nicht einzeln registriert und dadurch genau zuzuordnen.

          Trotzdem haben sie es versucht. Was hat diese Hasardeure an den Steinen so fasziniert?

          Der hohe Wert auf kleinstem Raum! Das ist bei Gold nicht so, weil es sehr schwer ist. Einen Diamanten können Sie in die Tasche stecken und wegrennen, Gold in einem vergleichbaren Wert müssen Sie mit dem Kleinlaster wegfahren. Hinzu kommt, dass der Diamant das härteste Mineral auf der Erde ist und mit seiner unnachahmlichen Brillanz die Menschen einfach anzieht.

          Die Diebe könnten also auch einen emotionalen Antrieb haben?

          Im Prinzip schon. Es kann auch jemand dahinter stecken, der zum eigenen Genuss stehlen lässt - so wie diese Menschen, die Kunstdiebstähle in Auftrag geben. Allerdings hat man hier eine Menge Rohware, die erst mal veredelt werden müsste. Es müsste also eine versteckte Produktion geben. Irgendwann würde man darauf kommen, genau wie auch schon bei früheren Taten.

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