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Deutschlandweite Studie : Berliner streiten am häufigsten

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Der Streitatlas nach Bundesländern: für die Gesamtdarstellung bitte anklicken. Bild: Advocard

Männer streiten doppelt so oft wie Frauen. Bayern und Baden-Württemberger sind besonders friedfertig. Das zeigt die Auswertung von mehr als einer Million Streitigkeiten in Deutschland.

          Die Berliner streiten sich besonders häufig. Pro hundert Einwohner gab es in der Bundeshauptstadt im Jahr 2012 insgesamt 26,2 Streitfälle. Während sich also in Berlin mehr als jeder Vierte zankte, war es im friedfertigsten Bundesland Bayern nur etwa jeder Sechste. Das ergab die Auswertung von mehr als einer Million Streitigkeiten von Privatpersonen durch die Advocard Rechtsschutzversicherung.

          Männer brechen der Studie zufolge deutlich häufiger einen Rechtsstreit vom Zaun als Frauen. 68,1 Prozent aller Auseinandersetzungen gingen 2012 von ihnen aus, 2002 lag ihr Anteil mit 70,6 Prozent noch höher.

          Der Anteil der männlichen Streits im Bereich „Verkehr und Mobilität“ - oft rund um Verkehrsunfälle und Vertragsstreitigkeiten - liegt mit 29,1 Prozent deutlich höher als bei den Frauen mit 21,8 Prozent.

          Dafür sind Auseinandersetzungen im Bereich „Wohnen und Miete“ bei Frauen mit 16,9 Prozent häufiger als bei den Männern mit 12,6 Prozent. Am häufigsten aber streiten beide Geschlechter um Alltagsthemen: In 37 Prozent aller Streitfälle geht es um Privates.

          Als Streitfälle erfasst die Studie alle bei Advocard gemeldeten Streitigkeiten von Privatpersonen. Ob der jeweilige Streit mit einer Erstberatung, Mediation, einem Vergleich oder einem Gerichtsurteil beendet wurde, ist dabei nicht relevant.

          Streitfälle nach Bezirken: für die Gesamtdarstellung bitte anklicken.

          Die Analyse der Altersstruktur zeigt, dass im vergangenen Jahr über die Hälfte aller Streitereien von 36- bis 55-Jährigen geführt wurden (54,4 Prozent). Immerhin noch neun von 100 Streithähnen sind mit mehr als 66 Jahren im Rentenalter.

          Im Zehn-Jahres-Vergleich zeigt sich: Junge Menschen zwischen 18 und 35 Jahren sind immer öfter in einen Rechtsstreit involviert. Lag ihr Anteil an den Streitigkeiten 2002 noch bei 3,1 Prozent, so kletterte dieser Wert in 2012 auf 19,5 Prozent.

          Streit im Straßenverkehr

          Die Berliner streiten sich am häufigsten - 2012 war hier mehr als jeder Vierte in einen Rechtsstreit verwickelt. Ähnlich sieht es in Hamburg aus. Nordrhein-Westfalen, das bevölkerungsreichste Bundesland, belegt Platz 4. Ebenfalls über dem bundesdeutschen Durchschnitt liegen Brandenburg, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern. Die Süddeutschen sind anscheinend gelassener: In Bayern und in Baden-Württemberg gab es die wenigsten Streitfälle.

          Im Streitalltag Deutschlands dominieren Themen des privaten Bereichs: Durchschnittlich rund 36 Prozent der Streitigkeiten drehen sich um Fragen des täglichen Lebens, beispielsweise um Kauf- oder Mobilfunkverträge. Auch im Straßenverkehr gibt es häufig Anlass zu Auseinandersetzungen. In mehr als jedem vierten Streit geht es um „Verkehr und Mobilität“ - oft um Verkehrsunfälle oder Vertragsstreitigkeiten rund ums Auto.

          Auch das Arbeitsleben ist immer wieder Streitthema. Darum geht es durchschnittlich in fast jedem sechsten Rechtsstreit. Nur etwas seltener gibt es Streitigkeiten im Bereich „Wohnen und Miete“. Im Vordergrund stehen dabei Themen im Mietrecht wie Nebenkostenabrechnungen, Lärmbelästigung durch Nachbarn oder Schimmel in der Wohnung.

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