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Deutschland-Monopoly : Saarbrücken liegt jetzt an der Schlossallee

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Das teuerste Pflaster im Deutschland-Monopoly: das Saarbrücker Schloss
          2 Min.

          „Rücken Sie vor bis nach Saarbrücken“, heißt es künftig am Spieltisch im Wohnzimmer: Die saarländische Landeshauptstadt hat sich im Wettstreit um die Nachfolge der begehrten „Schlossallee“ beim neuen Deutschland-Monopoly gegen 40 Konkurrenten durchgesetzt. Bei einer Internet-Abstimmung wurde die Stadt mit ihrem Schloss auf die Top-Position gewählt. Und das, nachdem sie zunächst überhaupt nicht zur Wahl gestanden hatte und erst nach einer Unterschriftensammlung nachnominiert worden war.

          Ministerpräsident Peter Müller (CDU) und Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) enthüllten das prestigeträchtige und vier Millionen Euro teure Feld am Dienstag auf einem 20 mal 20 Meter großen Spielbrett - vor dem Saarbrücker Schloss. Bei der Edition, die an diesem Mittwoch in die Geschäfte kommt, werden die bisherigen fiktiven Straßennamen erstmals durch 22 Städtenamen ersetzt. Um die besten Positionen hatten von Januar an 41 Städte elf Wochen lang konkurriert.

          Zunächst nicht dabei - eine „Provokation“

          Dass ausgerechnet Saarbrücken zum teuersten Pflaster der Republik gewählt wurde, ist kurios: Bei den 38 Städten, die zunächst zur Wahl gestanden hatten, war Saarbrücken nicht dabei. Eine „Provokation“, über die er sich „ein bisschen geärgert habe“, sagte Ministerpräsident Müller. Als die Oberbürgermeisterin einen Tag nach Beginn der Abstimmung von der Aktion erfuhr, rief sie beim Spielhersteller Hasbro an und beschwerte sich: „Als einziges Bundesland nicht dabei, das geht doch nicht!“

          Erst beleidigt, jetzt erfreut (v.l.): Stadtverbandspräsident Burkert, Saarbrückens OB Britz, Ministerpräsident Müller, Mister Monopoly
          Erst beleidigt, jetzt erfreut (v.l.): Stadtverbandspräsident Burkert, Saarbrückens OB Britz, Ministerpräsident Müller, Mister Monopoly : Bild: ddp

          Der Hersteller wollte zunächst mal „gucken, wie groß das Engagement der Saarbrücker für ihre Stadt wirklich ist“, erinnerte sich Sprecherin Rafaela Hartenstein. Unterstützt von den regionalen Medien reif Britz ihre Saarbrücker zur Unterstützung auf und ließ Unterschriftenlisten in den Bürgerämtern der Stadtverwaltung auslegen. Innerhalb von zwei Tagen unterschrieben knapp 1000 Leute - „ohne große Werbung“, wie Britz betont. „Das war uns eine Nachnominierung wert“, sagt Hartenstein. Mit einer Woche Verspätung stieg Saarbrücken ins Monopoly-Rennen ein. Ähnliches gelang auch dem Drittplatzierten Aachen sowie Jena (Rang neun).

          Heidelbergs Schloss die neue „Badstraße“

          Am Ende waren es gut zehn Prozent der 550.000 abgegebenen Stimmen, die auf die saarländische Landeshauptstadt entfallen waren. Neben Saarbrücken schnitten vor allem andere kleinere Städte wie Halle, Chemnitz oder Lübeck gut ab: Ihre Stadtoberhäupter hatten Aufrufe gestartet und an den Stolz der Einheimischen appelliert. Düsseldorf oder Mannheim hingegen landeten im unteren Drittel. Schlusslicht und neue „Badstraße“ ist übrigens Heidelberg: Sein Schloss kostet „nur“ 600.000 Euro.

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