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Deutsche Straßen : Notrufsäulen verschwinden bis zum Jahresende

  • Aktualisiert am

Nach 40 Jahren vor dem Aus: die Notrufsäule Bild: dapd

Auf ein Relikt aus den 1970er Jahren müssen wir künftig verzichten: An deutschen Bundes-, Landes- und Kreisstraßen werden bald keine Notrufsäulen mehr stehen. Es heißt, sie seien teuer und würden kaum noch genutzt.

          Für die Notrufsäulen an deutschen Bundes-, Landes- und Kreisstraßen kommt das Aus. Mit Ausnahme Baden-Württembergs werden sie bundesweit bis zum Jahresende abgebaut, wie die Björn-Steiger-Stiftung in Stuttgart mitteilte. Zur Begründung hieß es, die Notrufsäulen seien nicht mehr finanzierbar. Außerdem habe die heute selbstverständliche Handynutzung sowie die nun mögliche Ortung von Mobiltelefonen die Säulen zuletzt zunehmend überflüssig gemacht.

          Bundesweit gibt es nach Angaben der Stiftung noch rund 2.000 dieser Säulen. „Die Kosten für Wartung und Telefongebühren waren am Ende einfach zu hoch“, sagte die Sprecherin der Stiftung. Außerdem sei der Vandalismus seit den 90er-Jahren zunehmend zum Problem geworden. Mutwillig zerstörte Anlagen hätten in den vergangenen Jahren bereits nicht mehr ersetzt werden können.

          Nicht betroffen sind die Notrufsäulen an Autobahnen

          Seit 1971 waren durch die Stiftung bundesweit insgesamt mehr als 7.000 Notruftelefone installiert worden. Jährlich musste die Organisation zuletzt nach eigenen Angaben mehr als zwei Millionen Euro an Telefongebühren und Wartungskosten aufbringen. Nun ist das Ende der Säulen beschlossen. Im Schnitt wurden die Telefone nach den Angaben vor fünf Jahren 1,6 Mal jährlich genutzt. „Dieser Wert ist inzwischen deutlich gesunken“, sagte Storch. Aktuelle Zahlen würden nicht mehr erhoben.

          Nicht betroffen vom beschlossenen Abbau sind die derzeit rund 16.000 Notrufsäulen an den deutschen Autobahnen, für die der Gesamtverband der Deutschen Versicherer (GDV) zuständig ist.

          Der ADAC sieht darin kein Sicherheitsrisiko

          Christoph Hecht, Verkehrsexperte des ADAC, zeigte sich überrascht vom kompletten Aus für die Notrufsäulen an Bundes-, Landes- und Kreisstraßen. Er sehe darin aber kein Sicherheitsrisiko. „Diese Telefone werden heute kaum noch genutzt“, sagte er. Die langfristige Lösung sei ein System, das Notrufe nach einem Unfall automatisch aus dem Auto in eine Leitstelle übermittelt, inklusive der genauen Ortsangabe. Das Projekt komme derzeit allerdings nur schleppend voran.

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